18. Juni
Bewertung:3.5

Rotten Ones ist roh, wuchtig und geht dahin, wo’s wehtut – aber auch dahin, wo es leise Hoffnung gibt.

💬: Dreckig, düster, dystopisch – Rotten Ones wirft dich mitten hinein in eine kaputte Welt, in der Menschlichkeit kaum noch Platz hat. Und trotzdem blitzt zwischen den Trümmern etwas auf, das wie Hoffnung aussieht. Im verseuchten Risstal kämpft Raven ums Überleben – für sich, für niemanden. Als Gangmitglied von Flinte kennt er nur Gewalt und Gehorsam. Doch als der unscheinbare Journalist Kesh ihm über den Weg läuft, beginnt alles zu kippen. Denn wer zu viel sieht, lebt nicht lange. Und plötzlich ist da jemand, der nicht tötet – sondern fragt. Das Worldbuilding hat mich direkt gepackt: kaputt und bedrückend real – mit einer Gesellschaft, die nicht allzu weit entfernt wirkt. Die Kluft zwischen arm und reich, die alles durchzieht, wirkt bedrückend real. Es ist dystopisch, ja, aber auch erschreckend nah an der Wirklichkeit. Auch wenn es an der Oberfläche um Gewalt, Macht und Überleben geht, geht Rotten Ones viel tiefer: Trauma, emotionale Abhängigkeit und die Frage, wie viel Mensch noch in einem steckt, wenn man alles verloren hat. Irgendwo da drin versteckt sich etwas Zartes. Keine klassische Lovestory, eher ein vorsichtiges Tasten in einem Umfeld, das kein Platz für Zärtlichkeit lässt. Was man wissen sollte: Rotten Ones ist heftig – inhaltlich wie sprachlich. Brutal, kompromisslos, oft schwer auszuhalten. Aber wer düstere Dystopien mit psychologischer Tiefe sucht, wird hier definitiv fündig. ☠️ Fazit: Rotten Ones ist roh, wuchtig und geht dahin, wo’s wehtut – aber auch dahin, wo es leise Hoffnung gibt. Von mir gibt’s ⭐️⭐️⭐️✨ – für eine Geschichte, die unter die Haut geht und noch lange nachwirkt.

Rotten Ones
Rotten Onesvon Miro Lippoldt