27. Juli
Bewertung:2.5

Magie, Machtspiele und Männer mit mysteriösem Blick – klingt vielversprechend, oder? Ist es stellenweise auch. Aber leider bleibt es oft bei der Idee.

Death Bound hat interessante Ansätze, scheitert aber an der Umsetzung. Besonders schade ist das, weil die Welt und das Magiesystem tatsächlich richtig spannend sind – ungewöhnlich, atmosphärisch und mit viel erzählerischem Potenzial. Ice, fire, sound magic und vieles mehr – das ist kreativ und trägt einiges. Die Handlung dagegen bleibt eher bruchstückhaft. Die erste Hälfte fühlte sich an wie ein Flickenteppich. Ereignisse reihen sich aneinander, es gibt abrupte Handlungssprünge, und vieles wirkt nicht organisch verbunden. Statt dass sich die Handlung natürlich entfaltet, stolpert man von Szene zu Szene. Es fehlte mir das Gefühl, dass etwas wirklich aufeinander aufbaut. Stattdessen hat es sich angefühlt wie: “Und dann passierte das. Und dann das. Und dann…” Ab der zweiten Hälfte wird es zum Glück etwas strukturierter – aber wirklich tief wird es auch dann nicht. Elara, unsere Protagonistin, ist ein Fall für sich. Einerseits ist ihre Naivität angesichts ihrer isolierten Vergangenheit nachvollziehbar. Andererseits bremst sie damit die Geschichte ziemlich aus. Sie ist… langsam. Und zwar nicht „slow-burn“ langsam, sondern “Ich muss das erst mal processen”-während-die-Welt-brennt langsam. Sie versteht viele Zusammenhänge nicht und reagiert eher (wenn überhaupt), als dass sie handelt. Als Leserin habe ich irgendwann aufgehört zu hoffen, dass sie das Steuer mal selbst in die Hand nimmt. Stattdessen lässt sie sich treiben, wird gerettet oder handelt unabsichtlich heroisch. Die Love Interests? Drei an der Zahl, alle mit dem typischen düsteren Charme – leider ohne besondere Tiefe oder Wiedererkennungswert. Ihre Dynamik mit Elara bleibt vage, die Chemie eher theoretisch. Ich konnte nicht wirklich greifen, warum sie sich zu ihr hingezogen fühlen – geschweige denn, warum ich mitfiebern sollte. Es wirkt mehr wie ein klassischer Harem-Trope als wie eine echte emotionale Entwicklung. Und dann ist da noch der Stil. Was mich zunehmend gestört hat, war die ständige Wiederholung bestimmter Formulierungen. Vor allem „es flackert in seinen Augen“ – irgendwann habe ich aufgehört zu zählen. Dazu kommen viele überdeutliche Erklärungen oder ständige Hinweise auf Gefahren, welche durch Übergebrauch ihre Wirkung verlieren. Gefühle, Spannungen, Konflikte – alles wird ausbuchstabiert, anstatt sich natürlich zu entfalten. Das nimmt der Geschichte einiges an Wirkung und lässt sie stellenweise etwas juvenile wirken, obwohl die Figuren erwachsen sind. Insgesamt wirkt das Buch vorhersehbar. Nicht nur in Bezug auf den Plot, sondern auch in den Dialogen, den Dynamiken und den Konflikten. Es gibt wenige echte Überraschungen. Vieles fühlt sich vertraut an – nicht im Sinne von „komfortabel“, sondern eher im Sinne von „hat man so schon gelesen/geahnt“. Fazit: Death Bound hat eine starke Idee, eine interessante Welt und ein faszinierendes Magiesystem. Aber es verschenkt viel durch eine passive Hauptfigur, blasse Liebesinteressen und eine Handlung, die selten richtig Fahrt aufnimmt. Wer auf düstere Romantasy steht und vorhersagbare Storys okay findet, kann hier sicher Spaß haben. Ich persönlich habe oft auf mehr gehofft – und bisher wenig davon bekommen. Mal sehen, ob der zweite Band noch was rausreißen kann.

Death Bound: An Addictive Romantasy with a Morally Gray Villain, Deadly Court Intrigue, and Enemies-to-Lovers Tension (The Soulsworn Chronicles Book 1)
Death Bound: An Addictive Romantasy with a Morally Gray Villain, Deadly Court Intrigue, and Enemies-to-Lovers Tension (The Soulsworn Chronicles Book 1)von Meg HalcyonJune Publishing