Nachdem ich den vorherigen Band beendet hatte, habe ich direkt noch den Folgeband hinterhergeschoben – und auch wenn mich die Geschichte definitiv gut unterhalten hat, kam sie für mich nicht ganz an den Vorgänger heran. Spannend war sie trotzdem, nur eben nicht ganz so fesselnd. Ein Grund dafür war vermutlich mein grundsätzlich skeptisches Verhältnis zu Age-Gap-Romanzen. Da der Altersunterschied hier aber „nur“ zehn Jahre beträgt, konnte ich damit erstaunlich gut leben, ohne innerlich dauerhaft die Stirn zu runzeln. Mit Jack hatte ich anfangs so meine Probleme. Er ist durchgehend schlecht gelaunt, patzig und behandelt seine Pflegerinnen nicht gerade wie Menschen – eher wie lästige Einrichtungsgegenstände. Als jemand, der im Pflegebereich arbeitet, hatte ich mehrfach den starken Impuls, ihm sehr deutlich die Meinung zu sagen. Wirklich sehr deutlich. Sein verdientes Karma kommt jedoch recht schnell in Form von Everly, die sich weder einschüchtern noch vergraulen lässt und ihn mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit regelmäßig an den Rand des Wahnsinns treibt. Everly selbst war für mich ein zweischneidiges Schwert. Ich mochte ihre Schlagfertigkeit und ihren Mut, sich nicht alles gefallen zu lassen, empfand sie aber stellenweise auch als etwas zu dreist und anstrengend. Ob ich im echten Leben mit ihr klarkäme, wage ich zu bezweifeln. Und Jack wäre nun auch nicht meine erste Wahl, was Romanhelden angeht. Trotzdem – und das ist letztlich entscheidend – haben beide für mich als Protagonisten funktioniert, gerade weil sie Ecken, Kanten und klare Schwächen mitbringen. Was die Geschichte allerdings wirklich trägt, ist die Dynamik zwischen den beiden. Man könnte fast behaupten, dass das Buch nur deshalb so gut funktioniert, weil beide zum Zeitpunkt der Handlung chronisch untervögelt sind – und ja, das meine ich genau so. Dieser Umstand nimmt der Geschichte aber keineswegs ihre emotionale Tiefe. Im Gegenteil: Er bildet lediglich den Ausgangspunkt, auf dem sich nach und nach echte Nähe, Vertrauen und Gefühle entwickeln. Und genau das hat die Geschichte für mich letztlich rund gemacht, auch wenn sie nicht ganz an den Vorgänger heranreicht.
31. Jan.31. Jan. 2026
Forever Wild: Liebe kennt kein Alter (Wildcat Hockey 5)von Rebecca Jenshak
