4,5* Der König von England, Edward, liegt im Sterben. Um die Thronfolge zu sichern und seine politischen Ansichten in Bezug auf Eðianer – Menschen, die sich in Tiere verwandeln können – weiterzuführen, bestimmt er seine Cousine Jane zur Thronfolgerin. Diese soll Gifford, den Sohn seines engsten Beraters, heiraten und möglichst schnell einen männlichen Erben hervorbringen. Nach der Hochzeit erfährt Jane jedoch, dass ihr nun Ehemann auch ein Eðianer ist und sich jeden Tag in ein Pferd verwandelt. Edward, Jane und Gifford haben sich noch gar nicht richtig mit der Situation abgefunden, als sie alle drei in eine Verschwörung rund um das Königreich hineingezogen werden, bei der sie jederzeit ihre Köpfe verlieren könnten. „My Lady Jane“ greift die Geschichte von Lady Jane Grey, der Neuntagekönigin, auf. Die Autorinnen fungieren hier als Geschichtsschreiberinnen, die die „wahre“ Geschichte aufschreiben. Der eigentliche Konflikt rund um Religion wird dabei komplett ersetzt durch einen Konflikt in der Meinung, wie mit Eðianern umgegangen werden sollte. So ist Jane diesen gegenüber positiv eingestellt, während ihre Cousine Maria dafür sorgen möchte, dass es diese nicht mehr gibt. Das gesamte Buch ist sehr humorvoll geschrieben, weshalb ich erst Sorge hatte, dass es mir nicht gefallen könnte. Tatsächlich traf der Humor aber meinen Geschmack und so hatte ich sehr viel Spaß am Lesen. Generell würde ich bei allen Büchern, die auf Humor basieren, empfehlen, erst eine Leseprobe zu lesen – ich denke jedoch, hier ist dieser nicht übermäßig speziell und könnte somit den meisten Lesenden gefallen. Geschrieben war das Buch aus den Perspektiven der verschiedenen Charaktere und so bekam man die Perspektiven aller drei Protagonisten mit. Sowohl Edward als auch Jane, als auch Gifford erhielten so Raum, um sie kennenzulernen. Insbesondere in Giffords Fall fand ich dies sehr gut und wichtig. Wie die Welt ihn wahrnimmt, ist so ganz anders, als er tatsächlich ist. Seine Entwicklung, während seine Beziehung zu Jane wuchs, war einfach schön. Ein wenig gestört hat mich jedoch, dass die Beziehungen und die Gefühle zwischen den Charakteren sich wirklich sehr schnell entwickelten, wodurch ich diese zeitweise nicht ganz nachvollziehen konnte. Gerade in Bezug auf Jane und Gifford wusste man selbst sehr früh schon, dass Janes großes Problem mit Gifford überhaupt kein wirkliches Problem war. Es dauerte dennoch sehr lange, dieses aufzulösen, was ich nicht ganz optimal gelöst fand. Der Fokus des Buches lag aber eindeutig auch nicht auf den Beziehungen der Charaktere, sondern auf der Handlung, welche dann auch abliefern konnte. Ich hatte so einen Spaß daran, diese veränderte Form der Geschichte rund um Lady Jane Grey zu lesen. Es war oft witzig, manchmal spannend und immer sehr unterhaltsam. Trotz der – für diese Art Buch – hohen Seitenanzahl bin ich in Rekordgeschwindigkeit durch das Buch geflogen. Insgesamt ist dies eine klare Empfehlung von meiner Seite aus und ich habe nach dem Lesen richtig Lust darauf bekommen, die Serie dazu zu gucken.
25. Juni25. Juni 2025
My Lady Jane: Manchmal liegt die Geschichte völlig falschvon Cynthia HandCROCU


