Nüchtern und poetisch
In "Hey guten Morgen, wie geht es Dir?" geht es um Liebe, um das älter werden, um Ausbeutung und dass das Leben manchmal ungerecht ist aber auch verflucht schön sein kann. Das Buch berichtet vom Alltag von Juno, die zwischen Ballettstunden, Schlaflosigkeit und der Pflege ihres kranken Mannes eine Freundschaft mit einem Love Scammer aus Nigeria aufbaut. Oder will der Love Scammer sie am Ende doch nur ausbeuten? Oder beutet sie ihn in Wirklichkeit aus? Wer kann das schon so genau sagen und ist das überhaupt wichtig, wenn man einsam ist und jemanden braucht, mit dem man reden kann? Juno berichtet von ihrem Leben, von den kleinen Momenten des Glücks und der Verzweiflung. Von den Herausforderungen des anders sein und des älter werdens. Ihr Blick ist poetisch aber auch irgendwie abgeklärt. Am Ende muss man es halt nehmen wie es ist. Mir hat das Buch gut gefallen und ich habe es schnell lesen können. Ich mochte die leicht depressive Grundstimmung und dass es hier nicht um einfache Gefühle und Schubladendenken geht. In einer anderen Rezension habe ich gelesen, die Sprache würde nicht zu einer 50-jährigen Frau passen aber ich denke, genau darum geht es: Wer entscheidet bitte, was zu einer 50-jährigen Frau passt und was nicht! "Fuck You!" würde Juno sagen.























































