
Ich habe letztes Jahr die Doku Devil in the Family: The Fall of Ruby Franke auf Disney+ gesehen und war völlig fassungslos. Sie erzählt die Geschichte von Ruby Franke, die mit ihrem YouTube-Kanal 8 Passengers berühmt wurde, das Leben ihrer Familie in zahllosen Videos öffentlich dokumentierte und später wegen Kindesmissbrauchs verurteilt wurde. In Im Haus meiner Mutter erzählt nun Shari Franke, die älteste Tochter der Familie, ihre Geschichte mit schonungsloser Offenheit. Sie berichtet von ihrer Kindheit, dem erlebten Missbrauch, ihrem Kampf ums Überleben und darüber, wie es ist, wenn der Ort, an dem man sich eigentlich sicher fühlen sollte, genau das Gegenteil ist. Nach der Doku dachte ich wirklich, schlimmer kann es eigentlich nicht mehr werden – bis ich das Buch gelesen habe. Schon lange hat kein Buch mehr so viele Gefühle in mir ausgelöst. Ich war beim Lesen unglaublich wütend, traurig und hatte so viel Mitgefühl für Shari und ihre Geschwister. Es ist für mich einfach unbegreiflich, wie man einem anderen Menschen, noch dazu seinen eigenen Kindern, so etwas antun kann. Es geht einfach nicht. Umso mehr bewundere ich Shari für ihren Mut und ihre Stärke, ihre Geschichte mit der Öffentlichkeit zu teilen. Seit ich von dem Fall erfahren habe, sehe ich Influencer, die ihre Kinder öffentlich präsentieren und für Reichweite oder Vermarktung einsetzen, nochmal mit ganz anderen Augen. Weil das Thema so unglaublich wichtig ist, gibt es von mir eine klare Lese- und Sehempfehlung – sowohl für das Buch als auch für die Dokumentation.




















































