Düstere romance
Was mich zuerst angesprochen hat, war ganz klar das Cover: In dunklen Grau- und Schwarztönen gehalten, erzeugt es eine düstere, fast geheimnisvolle Stimmung. Der Mann im Anzug lässt eine gewisse Arroganz durchscheinen, während der goldene Titel dem Ganzen etwas Edles und Rätselhaftes verleiht. Zwar passt das visuell gut zum Einstieg der Geschichte – denn Logan wird ziemlich plötzlich Avas Chef – doch im weiteren Verlauf spiegelt das Cover den eigentlichen Inhalt eher weniger wider. Der Schreibstil ist überwiegend angenehm und lässt sich gut lesen. Besonders in spannungsreichen Szenen hat er mich vollkommen abgeholt – so sehr, dass ich alles um mich herum vergessen habe. Das liegt vermutlich daran, dass die Geschichte kaum Ruhepausen lässt. Selbst wenn sich das Tempo mal kurz verlangsamt, dauert es nie lange, bis erneut etwas Unerwartetes passiert. Gegen Ende allerdings empfand ich den Erzählfluss als etwas sprunghaft. Immer wieder kam es zu abrupten Wechseln – mal war man in der Gegenwart, dann plötzlich mitten in einem von Logans Träumen. Zwar war das stellenweise durch kursive Schrift erkennbar, doch leider nicht konsequent, was für etwas Verwirrung gesorgt hat. Inhaltlich hätte ich eher mit einer klassischen Liebesgeschichte gerechnet. Stattdessen rückt Logans Vergangenheit stark in den Vordergrund, sodass die romantische Verbindung zwischen ihm und Ava eher zur Nebensache wird. Obwohl aus beiden Perspektiven erzählt wird, bleiben Avas Gefühle für mich schwer greifbar. Ihre Figur verliert im Laufe der Handlung zunehmend an Präsenz, und die emotionale Entwicklung der Beziehung kommt dabei deutlich zu kurz. Dafür fand ich die Charakterzeichnung, besonders bei Logan, sehr gelungen. Er wirkt zwiegespalten – einerseits zeigt er sich verletzlich und gezeichnet von seiner Vergangenheit, andererseits tritt er als eiskalter Geschäftsmann auf. Diese Gegensätze machen ihn komplex und interessant. Über Ava hingegen erfährt man leider nur wenig. Sie wirkt zwar sympathisch, bleibt jedoch oberflächlich – ich hätte gerne mehr von ihr gesehen. Sehr positiv überrascht haben mich die Kapitel. Sie waren angenehm gleichmäßig lang und so flüssig zu lesen, dass ich oft kaum gemerkt habe, wenn ich bereits im nächsten gelandet war. Alles in allem hat mich das Buch weniger durch die Liebesgeschichte überzeugt, sondern eher durch seine düstere Atmosphäre und die spannenden Entwicklungen. Wer eine sanfte Romance erwartet, könnte enttäuscht sein – denn Dark Romance trifft es hier deutlich besser. Teilweise hatte die Geschichte sogar Züge eines Thrillers. Auch wenn mich die emotionale Tiefe nicht ganz erreichen konnte, war die Spannung konstant hoch. Für Fans dunkler, intensiver Geschichten mit psychologischem Einschlag kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.
















