26. Aug.
Bewertung:3

Eine Thriller-Krimi-Geschichte, die sehr spannend begann, dann langatmig wurde und ab der Hälfte zunehmend Verwirrung stiftete.

Schnell holte mich der Autor ab, sodass ich das erste Drittel dieses Buches förmlich verschlang. Der mitreißende Schreibstil und die drängende Frage, warum Julies Verlobter sie verleugnete, zogen mich sofort in die Geschichte hinein. Bis dahin fieberte ich regelrecht mit Julie mit und hoffte inständig, dass für beide alles gut ausgehen würde. Doch dann wechselte der Focus auf das Ermittlerteam, und leider verlor ich dabei den Faden. Dieser Part langweilte mich zunehmend, da ich bereits aufgrund der Hauptgeschichte die Zusammenhänge kannte. Als die Geschichte schließlich wieder zu Julie und ihrer Entführung zurückkehrte, brauchte ich eine Weile, um in die Handlung zurückzufinden. Leider kam danach ständig immer wieder ein Cliffhanger, nur um den Fokus erneut auf das Ermittlerteam zu lenken. Erst, als auch das Ermittlerteam auf den Cliffhanger stieß, ging die Hauptgeschichte weiter. Diese ständigen Wechsel fand ich sehr störend, da sie mich jedesmal aus der Handlung rissen und es mir hinterher schwer fiel, mich wieder reinzudenken. Außerdem langweilten mich diese Passagen. Ich glaube, wenn sich der Autor für eine klare Richtung entschieden hätte – entweder Thriller oder Krimi – hätte er im Mittelteil viel mehr Spannung aufbauen und damit der Geschichte mehr Tiefe verleihen können. Im letzten Drittel war die Handlung für mich sehr verwirrend. Zwar sollte dies die Spannung wieder anheben, aber leider gelang es dem Autor nicht, mich zu fesseln. Alles wirkte am Ende sehr konstruiert, insbesondere weil eine mögliche Auflösung – die ich als Nicht-Thriller-Leserin einmalig fand und die mich wirklich überzeugt hätte – weiter zerlegt wurde, wodurch die Wirkung verpuffte. Ich muss ehrlich sagen, dass ich mehrmals kurz davor war, die Geschichte abzubrechen. Dennoch wollte ich unbedingt wissen, wie es am Ende wirklich zu dieser Entführung kam. Da mich der Anfang sehr packte und die Verwirrung mich bis zu einem gewissen Punkt überzeugte, vergebe ich – mit einem Auge zugedrückt – gerade noch 3 Sterne. Zum Schluss möchte ich noch einen Hinweis geben: Wer empfindlich auf häufige religiöse Ausrufe wie „Jesus Maria“ oder „Oh mein Gott“ reagiert, sollte diese Geschichte besser meiden. Gott wird etwa 45-mal und Jesus 12-mal als bloßer Ausruf verwendet, in manchen Kapiteln sogar mehrfach auf wenigen Seiten.

Der perfekte Verlobte: Ein packender Psychothriller mit einer atemraubenden Wendung (Gripping Standalone Thrillers)
Der perfekte Verlobte: Ein packender Psychothriller mit einer atemraubenden Wendung (Gripping Standalone Thrillers)von T.J. BreartonJoffe by dp