
In Verdammt wütend lernen wir Britt kennen: 43 Jahre alt, verheiratet, Mutter und jemand, der ihr ganzes Leben lang funktioniert hat. Doch während eines Urlaubs im Sommerhaus in Norwegen platzt plötzlich alles aus ihr heraus. Sie rastet aus, sagt endlich, was sie denkt, und fährt gemeinsam mit ihrer Bekannten Niko einfach los — weg von Verantwortung, Erwartungen und dem ständigen Funktionieren. Dabei stellt sich immer mehr die Frage, wer Britt eigentlich sein möchte: als Frau, Partnerin und Mutter. Die Thematik rund um Female Rage und die Lebensrealität vieler Frauen fand ich unglaublich spannend und auch sehr treffend dargestellt. Linn Strømsborg schafft es sprachlich wirklich gut, diesen aufgestauten Frust, die Erschöpfung und das Gefühl des permanenten Funktionierens greifbar zu machen. Gerade diese befreiende Wut zog sich stark durch die Geschichte und hat definitiv Eindruck hinterlassen. Trotzdem konnte mich das Buch leider nicht komplett abholen — vor allem im Vergleich zu „Nie, nie, nie“, das mir deutlich besser gefallen hat. Die Geschichte wird episodisch und aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was grundsätzlich interessant war, für mich den Figuren aber leider etwas Tiefe genommen hat. Viele Charaktere wirkten auf mich eher flach oder teilweise unauthentisch und auch der Plot war recht vorhersehbar. Obwohl Britt konsequent handelt, haben mir oft ihre inneren Gedanken und Gefühle gefehlt, um wirklich eine emotionale Verbindung zu ihr aufzubauen. Dennoch ist es ein Buch mit einer wichtigen und aktuellen Thematik, das sicherlich viele Leser ansprechen wird, besonders, wenn ihr Geschichten mögt, die gesellschaftliche Rollenbilder und weibliche Wut in den Mittelpunkt stellen.





























































