Viel Potenzial, wenig Umsetzung
Auf knapp 300 Seiten begleiten wir hier Cyril, der frisch aus dem Gefängnis entlassen wurde und zusammen mit seinem Kumpanen einen dubiosen Raub durchführt. Durch einige unglückliche Ereignisse vollzieht Cyril versehentlich ein Ritual und beschwört den griechischen Gott Dionysos herbei. Soweit, sogut. Der Schreibstil war sehr flüssig, wodurch ich zügig in dem Geschehen drin war. Der Einstieg war sehr vielversprechend und Dionysos konnte mir mit seiner selbstverliebten Art mehr als einen Schmunzler verpassen, auch wenn beide Protagonisten in meinen Augen sehr oberflächlich gehalten wurden. Leider war es für mich so, dass die Story im Laufe des Buches immer unglaubwürdiger wurde. Nicht nur die plötzliche Liebesgeschichte war für mich absolut nicht nachvollziehbar, gefühlt ist diese von heute auf morgen entstanden, zusätzlich gab es auch noch einige Ereignisse in der Geschichte die mich nur mit dem Kopf schütteln ließen, weil es für mich leider keinen Sinn ergeben hat und weder notwendig für die Story war, noch irgendwas positives beifügen konnte. Der Ansatz war durchaus gelungen und die Story hat definitiv Potenzial, aber in der Umsetzung hätte ich mir einen anderen Verlauf der Story gewünscht. Mir kam es fast so vor, als ob die Autorin sich nicht sicher war ob sie eine queere Liebesgeschichte, einen Fantasyroman, einen Thriller oder einen Krimi schreiben wollte. So war irgendwie von allem etwas dabei, was tendenziell nicht verkehrt ist - im Gegenteil! Aber in dieser Konstellation ist es leider für meinen Geschmack nicht geglückt.



