
Mehr Chaos und Emotionen als im ersten Band, aber für mein gerechtigkeitsliebendes Herz manchmal too much 💔
Meine Rezension beinhaltet Spoiler - ich versuche mich dennoch immer vage auszudrücken, um niemandem den Spaß am Lesen zu verderben. Im zweiten Band lernen wir Riley Wang und Louis Thorne besser kennen, die ja bereits im ersten Band eine Rolle spielten. Insbesondere auf Riley habe ich mich sehr gefreut, weil der erste Teil von Purple Clouds mich unfassbar neugierig auf sie gemacht hat. Ich mochte Riley sofort - fand sie weniger perfektionistisch und vor allem idealistisch als Deb, konnte mich mit ihrem Chaos besser identifizieren (na ja, weniger mit der „wilden Riley“, dafür mehr mit ihrer Einstellung, einfach mal was zu riskieren und auch an sich selbst zu denken). Louis hingegen war ein Charakter, der zwar tiefgründig und spannend dargestellt wurde, mit dem ich aber auch trotz seiner Entwicklung nicht wirklich warm wurde. Die Autorin hat auch im zweiten Band wieder wichtige Themen behandelt, deren Bezeichnungen ich zwar kannte, aber mir eingestehen muss, dass ich im Alltag noch nie wirklich auf die Idee gekommen bin, mich näher damit zu befassen (z.B. das White-Washing in der Filmbranche). Ich finde es unfassbar faszinierend, dass die Autorin es schafft, so viel wichtiges Wissen zu transportieren, welches mir vermutlich sonst „zu schwer“ (gefühlsmäßig) oder „zu kompliziert“ erscheint, im Verlauf einer Geschichte aber so gut und verständlich erklärt wird, dass ich persönlich viel mehr Haltung dazu gewinnen konnte. Ich fand es schade, dass sowohl der Rassismus sowie das White Washing hier zwar thematisch angeschnitten wurden, im Buch aber kein Happy End fanden, muss aber auch ganz dringend dazu sagen: mir ist bewusst, dass das die Realität ist. Ich hätte mir NATÜRLICH gewünscht, dass sowohl der Wikipedia Eintrag (Indien statt Sri-Lanka) als auch das White Washing nochmal eine größere Rolle gespielt hätten und Fehler korrigiert werden würden - das wäre für mein Gerechtigkeitsgefühl eine Genugtuung gewesen und so blieb es einfach offen. Aber nochmal: genau DAS spiegelt eigentlich sehr gut die Realität, dass diese Dinge immer wieder passieren, totgeschwiegen oder ignoriert werden. Auch wenn es im Buch (und auch im ersten Band) immer wieder Hinweise darauf gab, kam dann auch zur Mitte der Story auch nochmal das Suchtverhalten der beiden als Thema auf. Als jemand, der vor allem das Alkoholproblem innerhalb der Familie selbst miterleben musste, kam mir hier das „Happy End“ zu schnell. Zwar hat sich Riley immerhin Hilfe gesucht, aber bei Louis war’s so ein bisschen a la „Joa, ich hab dann ein paar Monate nicht getrunken und war dann geheilt“. Kann klappen, muss aber nicht. Mir ist klar, dass nicht jedes Thema unendlich tief ausgearbeitet werden kann und sollte. Es wirkte auf mich aber so, als hätte das Ende jetzt möglichst schnell und positiv herbeigeführt werden sollen. Vielleicht ist das aber auch nur die persönliche negative Erfahrung ohne dieses Happy End, die ich selbst machen musste, die mich hier mehr triggert, als sie müsste. Dennoch: ich habe auch diesen Band sehr geliebt, innerhalb von zwei Tagen gelesen und freue mich so sehr auf Band 3 und unseren wortkargen Xander als Protagonisten 🩷


























































