Ich hab dich lieb, Bunny
Ich kann den Hype um „Bunny“ irgendwo verstehen. Die Grundprämisse hat mich sofort neugierig gemacht und ich hatte mich auf eine düstere, völlig abgefuckte Version von „Mean Girls“ im Dark-Academia-Setting gefreut. In gewisser Weise hat das Buch diese Erwartungen auch erfüllt: Es entwickelt einen echten Sog, der bissige Humor hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht und die Atmosphäre ist herrlich verstörend. Dass man bis zum Schluss kaum weiß, was Realität ist und was nicht, sorgt für eine spannende, traumartige Stimmung, die definitiv ihren Reiz hat. Trotzdem hatte ich einige Probleme mit dem Buch. Streckenweise fand ich es überraschend zäh und teilweise sogar langweilig. Die Erzählweise und die langen, oft sehr ausschweifenden Passagen über die fragwürdigen Literaturprojekte waren für mich eher anstrengend als faszinierend. Die Handlung nimmt zwar unerwartete Wendungen und wird zunehmend surreal, aber ich war dabei oft eher auf eine frustrierende als auf eine spannende Art verwirrt. Ich hätte mir mehr Hintergrund zum Kult gewünscht oder zumindest eine stärkere emotionale Bindung zu den Figuren, damit die Entwicklungen mehr Wirkung entfalten. Die vielschichtige Gesellschaftskritik kommt zwar gut rüber und gerade das unheimliche Setting konnte mich zwischendurch wirklich fesseln. Insgesamt war ich aber häufiger negativ verwirrt oder gelangweilt, als wirklich von diesem mystischen, perversen Kult, auf den ich mich so gefreut hatte, in seinen Bann gezogen. Auch das Ende hat mich zwar mit einem Schmunzeln zurückgelassen, konnte mich aber nicht vollständig überzeugen. Für meinen Geschmack blieb es etwas zu offen. Trotzdem bereue ich das Lesen nicht. Ich wurde insgesamt gut unterhalten und die Idee hinter dem Buch finde ich nach wie vor großartig – die Umsetzung hat mich nur leider nicht vollständig abgeholt. Vielleicht haben meine hohen Erwartungen auch dazu beigetragen. Ich musste das Buch erst einmal sacken lassen und werde „We Love You, Bunny“ auf jeden Fall ebenfalls lesen. Vielleicht kann ich aus beiden Büchern zusammen noch mehr ziehen – oder manches besser verstehen.























































