
Ein weiterer ComfortRead, ein weiteres Meisterstück
Es fühlt sich wie ein Sakrileg an, dass ich es wage, „The Revenge Game“ in wenigen Sätzen zusammenfassen zu wollen, denn es geht um so viel. So viele komplexe Themen und Gefühle - und alle bekommen die Aufmerksamkeit, die sie benötigen. Und trotz all der Ernsthaftigkeit wird genau an den richtigen Stellen genau die richtige Dosis an Humor geliefert. Es geht um Missverständnisse, Misskommunikation, Geister der Vergangenheit und Prägungen aus der Jugend. Es geht um Rache, um Schuldgefühle und um Vergebung. Um so viel Vergebung und persönliche Entwicklung. Ich liebe es, wie achtsam Jax Calder mit den unterschiedlichsten Themen umgeht. Wie sie einfach meisterhaft dir ins Gesicht schlägt ohne dich zu verletzen und dich trotzdem liebevoll belehrt, dass aber auch wirklich gar nichts so sein muss wie es auf dem ersten Blick scheint. Was ich an Jax und ihren Bücher so liebe: da denke ich gerade noch, dass ich eine straight forward Story lese, die zwar extrem predictable, aber einfach nur cute und hilarious ist und in der nächsten Sekunde popped ein Twist auf, den ich trotz der vorhandenen Andeutungen nicht habe kommen sehen und der einfach ALLES ändert. Plötzlich stolpere ich über meine eigenen Gedankengänge, die sich neu arrangieren müssen. Und während mein Hirn noch sortiert und neue mögliche Handlungsverläufe konstruiert, bezaubert mich die Story so sehr. Trotz aller Klischees, trotz dessen, dass sie unaufhaltsamen auf eine fürchterlich überdramatisierte Eskalation hinsteuert, kann ich einfach nicht aufhören und MUSS einfach wissen wie es passiert. Nicht mal unbedingt das WAS - das ist nämlich doch irgendwie klar -, denn das WIE ist bereits so unendlich reizvoll. Ehrlicherweise war ich kurz davor, wegen der übermäßigen Dramatisierung und der zwischenzeitlichen gefühlt unnötigen Länge einen Stern abzuziehen, aber 1. Ist das Buch besser als meine durchschnittliche 4-Sterne Bewertung 2. Hatte ich unfassbar viel Spaß, überlege mir zudem, ob ich mir die Printversion ins Regal stellen will und nicht zuletzt 3. Kritisiere auf der anderen Seite häufig genug, wenn Autor:innen ihrer Story nicht genug Zeit zum Entfalten geben. Kurz gesagt: es wäre unfair und ungerecht, an dieser Stelle die Bewertung zu „verschlechter“. PS: Der Gastauftritt von Callum und Oliver aus „The Unlikely Heir“ pflasterte mir nochmal ein viel breiteres Grinsen aufs Gesicht. Subtile Andeutungen auf andere Werke, ohne in Werbung auszuarten oder Leser:innen, die jene Werke nicht kennen, im Regen stehen zu lassen - auch das hat Jax perfekt gemeistert. PPS: Wenn ich schon bei „The Unlikely Heir“ bin - „The Revenge Game“ kann mMn nicht dieses Meisterwerk schlagen, aber es kommt durchaus seiner Großartigkeit sehr nahe. ❤️


