Zuckersüß und klebrig – und ich mittendrin
Ich lese Jenny Völkers Märchen wirklich gern: romantisch, witzig und mit genau der richtigen Portion Selbstironie. Besonders die Situationskomik und die völlig überforderten, aber trotzdem herrlich echten Heldinnen treffen bei mir immer wieder ins Schwarze. Weil ehrlich: Wer wäre nicht lost, wenn man plötzlich in einer Zauberwelt landet? Katinka ist genau so ein Fall. Sie wird ohne jede Vorwarnung ins neue Leben geschubst – kein Warm-up, kein Handbuch, einfach Chaos deluxe. Sie ist entsprechend skeptisch und will sich ihr eigenes Bild machen. Gut gemeint, aber leider auch der direkte Weg in ständig neue Probleme. Das hat mich zwischendurch ehrlich gesagt ein bisschen wahnsinnig gemacht – aber sie lernt wenigstens schnell dazu. Und ja, dass sie vieles erst mal für einen Traum oder schlechten Scherz hält, ist ziemlich nachvollziehbar. Damian ist dafür der klassische „ich bin kein Held, ich benehme mich nur so“-Typ – und genau das macht ihn so interessant. Er ist keiner, der Katinka ständig rettet oder ihr alles abnimmt, sondern eher der, der sie konsequent aus ihrer Komfortzone schubst. Ein bisschen unbequem, manchmal hart, aber nie ohne Grund. Man merkt schnell, dass er Verantwortung trägt, die schwerer wiegt als sein Auftreten vermuten lässt. Gerade dieses Zusammenspiel aus Distanz, Klarheit und unterschwelliger Spannung zu Katinka funktioniert überraschend gut und macht ihn deutlich vielschichtiger als den üblichen Romantasy-Standardhelden. Ich bin aktuell nicht ganz in Romantasy-Stimmung, daher hat es mich nicht komplett erwischt – aber zum Wegträumen und leichtem inneren Dauergrinsen genau das richtige.




