30. März
Zum Inhalt:
Bewertung:3

Zum Inhalt:

Tamar Glass floh mit achtzehn Jahren vor ihrer missbräuchlichen Mutter und verließ ihr Zuhause, um anderswo ein besseres Leben zu finden. Jahrzehntelang lebte sie frei von ihrer Mutter Ruth – bis sie eines Nachts aufwacht und feststellt, dass ihre inzwischen alte Mutter an ihrem Bett steht. Während Tamar ihre Mutter bei sich aufnimmt, beginnen seltsame Dinge in ihrem Haus zu geschehen: Es ist drückend heiß, die Lichter flackern, und Schranktüren öffnen und schließen sich von selbst. Flüsternde Stimmen dringen unter ihrer Schlafzimmertür hindurch. Tamar erfährt, dass Ruth aus ihrer betreuten Wohneinrichtung geworfen wurde und andere Einrichtungen sich weigern, sie aufzunehmen, um ihre eigenen Bewohner nicht zu gefährden. Jahrelang hat Tamar ihr Kindheitstrauma verdrängt – doch mit jedem unheimlichen Ereignis in ihrem Zuhause kehrt es mit voller Wucht zurück. Während sie versucht, mit ihrer verstörenden Vergangenheit umzugehen, die ihre Mutter hartnäckig leugnet, wird Tamar das Gefühl nicht los, dass etwas noch Schlimmeres als ihre Mutter in den Schatten lauert. — (Kleiner Spoiler enthalten): Ich habe eine Schwäche für Geschichten über toxische Eltern-Kind-Beziehungen – und genau damit hat mich dieses Buch auch sofort gepackt. Die Dynamik zwischen Tamar und ihrer Mutter ist unangenehm, intensiv und stellenweise richtig beklemmend dargestellt. Man spürt förmlich, wie tief die alten Wunden sitzen, und das hat mich durch einen großen Teil der Geschichte wirklich gefesselt. Umso enttäuschender fand ich allerdings die Entwicklung gegen Ende. Die Einführung der Besessenheitsthematik hat für mich viel von der psychologischen Stärke der Geschichte kaputtgemacht. Statt bei diesem realistischen, emotional aufgeladenen Horror zu bleiben, driftet das Ganze in eine Richtung ab, die für meinen Geschmack eher unnötig und deutlich weniger wirkungsvoll ist. Gerade weil der zwischenmenschliche Horror so gut funktioniert hat, wirkte dieser Wechsel fast wie ein Fremdkörper. Insgesamt ein Buch mit einer starken ersten Hälfte und einer sehr gelungenen Darstellung familiärer Abgründe, das sich für mich aber zum Schluss leider selbst ein Bein stellt.

Bitter Is the Heart: A Novel
Bitter Is the Heart: A Novelvon Mina HardyCrooked Lane Books