6. Okt.
Bewertung:4.5

Der Retter von London ist ein würdiger Abschluss einer großartigen Urban-Fantasy-Reihe. Düster, emotional, manchmal zu kampflastig – aber mit einem Ende, das Sinn ergibt. Wer Alex Verus seit Band 1 begleitet hat, bekommt hier alles, was man sich wünschen kann: Magie, Moral, Macht – und einen Helden, der endlich weiß, wer er ist. Eine der besten Reihen ihres Genres, und ein Abschied, der weh tut, weil er genau richtig ist.

1. Inhalt Magier und Djinn stehen kurz vor dem letzten Krieg. Weiß und Schwarz müssen sich verbünden – zumindest für den Moment. Denn ein Djinn-Fürst hat Besitz von Annes Körper ergriffen, und während alle anderen sie vernichten wollen, sieht Alex Verus nur eine Option: sie retten. Zwischen politischen Intrigen, tödlicher Magie und einem bröckelnden Bündnis muss Alex ein letztes Mal die Zukunft sehen, um eine zu haben. 2. Meinung Da ist er also – der letzte Band. Zwölf Bücher lang durfte man Alex Verus begleiten: vom zynischen Ladenbesitzer mit zweifelhafter Vergangenheit zum mächtigsten Hellseher Londons. Und dieser Abschluss fühlt sich an wie ein Wiedersehen mit alten Freunden, bei dem man gleichzeitig weiß, dass es das letzte Mal ist. Jacka zieht in Der Retter von London alle Register. Es gibt epische Schlachten, politische Allianzen, persönliche Opfer und ein Tempo, das einem kaum Luft lässt. Und trotzdem ist dieser letzte Teil deutlich nachdenklicher als seine Vorgänger. Alex wirkt gereift, ruhiger, fast abgeklärt. Er kämpft nicht mehr aus Panik oder Pflicht, sondern aus Überzeugung. Man spürt, dass er seinen Frieden mit sich gemacht hat – egal, was das Schicksal noch bringt. Was mir besonders gefallen hat: Jacka vergisst nicht, woher seine Figuren kommen. Luna bekommt endlich wieder mehr Raum, Variam und Anne sind weiterhin moralisch ambivalent, und selbst altbekannte Feinde bekommen Momente, in denen sie nicht nur Karikaturen ihrer Machtgier sind. Diese Figurenvielfalt – mit all ihren Grautönen – war immer die größte Stärke der Reihe. Aber (und ja, es gibt ein Aber): Der Weg zum Finale zieht sich streckenweise. Die Schlachten sind detailreich und taktisch, fast schon militärisch – was beeindruckend, aber auch ermüdend sein kann. Ich musste ein paar Mal pausieren, um durchzuatmen. Und das Ende selbst … ist Geschmackssache. Für mich war es passend, weil es die Logik der Reihe respektiert – andere werden sich vielleicht wünschen, Jacka wäre mutiger gewesen. Es ist kein lautes Ende, kein heldenhaftes Opfer, sondern ein leises „So musste es kommen“. Trotz kleiner Kritikpunkte schafft Jacka etwas, was viele Reihen verfehlen: Er bringt seine Geschichte zu einem Ende. Kein Cliffhanger, kein Spin-off-Tor, kein erzwungener Neustart. Einfach ein sauberer Schlusspunkt. Und das fühlt sich richtig an. 3. Fazit Der Retter von London ist ein würdiger Abschluss einer großartigen Urban-Fantasy-Reihe. Düster, emotional, manchmal zu kampflastig – aber mit einem Ende, das Sinn ergibt. Wer Alex Verus seit Band 1 begleitet hat, bekommt hier alles, was man sich wünschen kann: Magie, Moral, Macht – und einen Helden, der endlich weiß, wer er ist. Eine der besten Reihen ihres Genres, und ein Abschied, der weh tut, weil er genau richtig ist.

Der Retter von London: Roman (Alex Verus 12)
Der Retter von London: Roman (Alex Verus 12)von Benedict JackaBlanvalet