Autobiographische Erinnerungen von Cordelia Edvardson - einer Ausschwitzüberlebenden
Mit unerträglicher Präzision erinnert sich Edvardson an ihre Inhaftierung in Auschwitz-Birkenau. Und doch braucht es diese Genauigkeit zu den Zuständen, den menschenverachtenden Mechanismen und der menschlichen Kälte, um nicht zu vergessen, wie dunkel die deutsche Geschichte ist. Folgendes Zitat ist eines, das einen kleinen Eindruck der Schilderungen gibt und es ist eines der harmloseren... "Es geschah während der Transporte, von anderen später die "Todesmärsche" genannt; die, welche dabei waren, nannten sie nicht so, damals nicht, sie starben nur." Die Sprache von Cordelia Edvardson ist distanziert, wenn sie über sich selbst schreibt, spricht sie von "dem Kind". Aus meiner Sicht ein gut gewähltes stilistische Mittel, um die Entpersonifizierung der Nazis zu verdeutlichen. Ich habe eine ältere Ausgabe der Büchergilde gelesen. Zwischenzeitlich gibt es eine neue Übersetzung mit einem wichtigen Nachwort von Daniel Kehlmann. Egal welche Ausgabe... ein wirklich wichtiges Buch, dass unsere Augen öffnet und das an die Grenzen des Aushaltbarens geht. Auszug aus der Süddeutschen Zeitung: Zu Recht sagt Daniel Kehlmann im Nachwort zur Neuübersetzung von Cordelia Edvardsons zuerst 1984 erschienenem Lebensbericht "Gebranntes Kind sucht das Feuer", er sei eine furchtbare Lektüre. Der oft zu leicht gebrachte Hinweis trigger warning sei hier tatsächlich am Platz: "Man muss gefährdete Menschen vor diesem Text warnen." Eine bis zum unerträglichen Extrem gesteigerte Mutter-Tochter-Beziehung zeige er und Details aus der Realität der Vernichtungslager, "die wir lieber nicht wissen würden - die wir aber wissen müssen; denn da es nun einmal geschehen ist, haben wir kein Recht auf Ignoranz". https://www.sueddeutsche.de/kultur/hoerbuch-gebranntes-kind-sucht-das-feuer-1.6305253





















