
Gefesselt – Der Wille des Sklaven von Enrico Schnitzer hat mich definitiv überrascht — und teilweise wirklich sprachlos
Die Geschichte spielt im Jahr 2051 und begleitet Lucca, einen Sexsklaven, dessen einziges Ziel es ist zu überleben, seinen eigenen Willen nicht zu verlieren und irgendwann zu entkommen. Seit fünf Jahren lebt er bereits beim Sklavenhändler und ist körperlich wie psychisch am Limit. Trotzdem zieht genau das die Aufmerksamkeit von Leon auf sich: Dass Lucca noch immer nicht gebrochen ist. Was mir besonders gefallen hat, war die Atmosphäre. Das Buch ist dauerhaft düster, bedrückend und emotional intensiv. Außerdem fand ich die beiden Perspektiven unglaublich spannend umgesetzt. Eine Perspektive wird in der Ich-Form erzählt, die andere in der dritten Person. Dadurch entstand automatisch mehr Nähe zu Lucca, während Leon emotional distanzierter wirkte, was für mich richtig gut funktioniert hat. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass dieses Buch wirklich brutal ist. Nicht nur emotional, sondern auch in den Beschreibungen und den spicy Szenen. Das ist definitiv kein typisches „BookTok-spicy“, sondern teilweise wirklich extrem und nichts für schwache Nerven. Ein kleiner Kritikpunkt für mich war die Charakterdarstellung von Lucca. Teilweise wirkte er sehr stark und unbeugsam, während er in anderen Szenen plötzlich sehr viel Angst zeigte und sich klein machen ließ. Diese Entwicklung hätte für mich etwas mehr Aufbau gebraucht, weil manche Veränderungen dadurch etwas abrupt wirkten. Trotzdem ist Gefesselt ein Buch, das im Kopf bleibt. Unangenehm, heftig und definitiv keine leichte Lektüre — aber genau deshalb auch sehr einprägsam. 💭 Wenn ihr Dark Dystopia mögt, die wirklich an Grenzen geht, könnte das hier etwas für euch sein.





