Wichtiges Thema mit Schwächen in der Umsetzung
„Der Duft von Marienkäfern“ von Dany Matthes widmet sich einem unheimlich wichtigen und aktuellen Thema: den Gedankengängen und dem Erleben einer von Depressionen betroffenen Frau. Leider konnte mich das Buch insgesamt nur bedingt überzeugen, was vermutlich auch an einer falschen Erwartungshaltung lag. Inhalt und Stil Wer hier einen klassischen Roman erwartet, wird eventuell enttäuscht. Das Buch liest sich eher wie das tagebuchartige Beschreiben eines Lebens. Zu Beginn bleibt zudem unklar, ob die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht – eine kurze Recherche bestätigt jedoch, dass die Autorin hier wohl eigene Erfahrungen verarbeitet hat. Kritikpunkte Durch den dokumentarischen Erzählstil fehlte mir leider die Möglichkeit, mich mit den Protagonisten zu identifizieren. Obwohl die tiefen Einblicke in Lenas Gedankenwelt durchaus gelungen und authentisch sind, fiel es mir schwer, eine echte emotionale Beziehung zu ihr aufzubauen. Das ist besonders schade, da die Grundidee und das Thema extrem wichtig sind. Zusätzlich sind mir hin und wieder Fehler in der Rechtschreibung und Interpunktion aufgefallen. Mich persönlich hat das beim Lesen nicht allzu sehr gestört, allerdings schadet es gelegentlich dem Lesefluss und ließe sich durch ein sorgfältigeres Lektorat vermeiden. Fazit Ein Buch mit einem guten und mutigen Ansatz, dem es für mich jedoch an romantypischer Tiefe und Bindung zu den Charakteren fehlte. Wer biografische, tagebuchartige Einblicke in das Thema Depression sucht, könnte hier fündig werden – als klassischer Roman funktioniert es leider nur bedingt.


