Angenehm überrascht
Ich muss sagen, ich bin vom sechsten Teil mehr als positiv überrascht. Unter dem Aspekt meiner vorangegangenen Rezension, in der ich erwähnt habe, dass ich keine allzu großen Erwartungen mehr habe, weil ich davon ausgegangen bin, dass die Bücher sich in etwa ähneln würden, wurde ich hier von Andreas Gruber eines Besseren belehrt. Weder das Muster mit dem Täter, der einst Opfer war und schließlich selbst zum Täter wird, noch das Muster mit dem Psychopathen, der andere seine Taten für sich vollenden lässt, habe ich in diesem Buch vorgefunden. Tatsächlich geht es hier gar nicht so sehr darum, einen Serienmörder zu fassen. Für mich hat dieser Band vielmehr die Aspekte eines Verschwörungsthrillers. Innerhalb des BKA gibt es einen Maulwurf – jemanden, der in schwere Straftaten verwickelt ist und seinen Namen um jeden Preis geheim halten will und dafür sprichwörtlich über Leichen geht. Ich muss sagen, mich hat die Geschichte diesmal wirklich mehr gepackt als die vorherigen Teile. Das gilt auch für unsere Starermittler. Wir sehen hier, dass Sneijder seine Grenzen hat. Natürlich behält er seine einzigartige Persönlichkeit, aber dennoch bekommt seine Figur in diesem Roman deutlich mehr Tiefgang. Das hat sich meiner Meinung nach schon in den vorherigen Bänden angedeutet. Deshalb bleibe ich bei meiner These, dass Maarten S. Sneijder die wichtigste Schlüsselfigur der gesamten Reihe ist. Zu Sabine gibt es gar nicht mehr so viel zu sagen. Sie ist inzwischen einfach eine hervorragende Ermittlerin. Sie wirkt gefestigt und hat ihre Fähigkeiten und Kenntnisse so weit ausgebaut, dass sie längst eine eigenständige und angesehene Ermittlerin ist – genau so, wie es im Laufe der Reihe zu erwarten war. Ich muss ehrlich sagen, dass ich jetzt wieder deutlich gespannter auf die letzten beiden Bände bin. Das Muster, von dem ich glaubte, es in der Reihe erkannt zu haben, wurde im vorherigen Band bereits aufgebrochen und hier nun endgültig abgelegt. Vielleicht warten also doch noch die eine oder andere Überraschung auf mich. Auf jeden Fall vergebe ich diesem Buch sehr gerne vier Sterne.























































