"Space Junk - Houston, wir haben einen Adonis" zeigt auf 362 Seiten deutlich, dass sich Gegensätze anziehen. Dr. Jackie Darling Lee ist ein Genie, NASA-Ingenieurin und irgendwie auch ein klassischer Nerd, aber mit einer deutlichen Vorliebe für Cowboys. Wie es der Zufall und ihre freundliche Art so will, hilft sie eine betrunken jungen Frau nach Hause zu bringen und lernt so ihren von einer Ranch stammenden Bruder Flynn West kennen und die Geschichte beginnt... Das Buch ist eine typische Romanze mit einem Auf und Ab der Gefühle. Während der Geschichte wechselt die Erzählperspektive immer wieder zwischen Jack und Flynn und man kann sich in beide Personen gut hineinversetzen. Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Hier und da gibt es ein paar kleine Übersetzungsfehler, über die man aber hinweg sehen kann. Zudem gibt es einige sehr pikante Szenen und teilweise auch ein paar vulgäre Ausdrücke. Wer also keine New Adult Romane mag, ist hier falsch. Alle anderen können aber gerne mal einen Blick darauf werfen.
Ich persönlich fand das Buch wirklich wirklich furchtbar. Zum einen sprachlich: Peng! Peng! Peng! Oh, es ist nicht mein Herz. Es ist die Tür. "Mach auf, Schlampe!" Eine vertraute Stimme begleitet eine weitere Runde Türklopfen. ... Mein erste großer Kritikpunkt ist die Sprache in diesem Buch. Die Freundinnen nennen sich ständig gegenseitig Schlampen und auch generell ist die wörtliche Rede in diesem Buch ziemlich vulgär. Das hat mir überhaupt nicht gefallen. Vielleicht liest sich das ganze auf Englisch besser und die Worte wurden in der deutschen Übersetzung einfach schlecht gewählt, das weiß ich nicht. Die deutsche Übersetzung weißt generell einige Mängel auf. Einige Sätze haben gar keinen Sinn mehr gemacht. Man hat vereinzelten Sätzen angemerkt, dass schlicht Wort für Wort übersetzt wurde. Zum anderen inhaltlich: Hier weiß ich tatsächlich gar nicht wo in anfangen soll. Zum einen war die erste Hälfte des Buches inhaltlich so tiefschürfend wie ein schlechtes Pornointro. Ich habe tatsächlich fast abgebrochen. Leider war ich im Urlaub und hatte kein weiteres Buch auf meinem eReader runtergeladen daher musste ich durch dieses hier durch. Hier zwei Beispiele des geistreichen Inhalts der ersten Hälfte des Buches: "Ich werde dir beibringen, wie man mit Knüppel fährt." Ihr Gesicht wird heller. "Wirklich? Das würdest du tun?" [innerer Monolog] "Ja, ich würde deine Hände gern an meinem Knüppel haben." Als ich den Motor das erste Mal hochdrehe, öffnet sie leicht Ihre Lippe. Beim zweiten Mal schließen sich ihre Augen, und sie sieht aus, als bekäme sie gleich einen Orgasmus. Ohne nachzudenken, berühre ich wieder das Gas Ich fand das so dermaßen unangenehm zu lesen. Natürlich darf nicht unerwähnt bleiben, dass er alle 5 Minuten einen Steifen hatte, weil sie ja so sexy ist. Und sie hat auch gesabbert, wie es sich in solchen Büchern gehört, weil er ja ach so hot ist mit seinem Sixpack. Generell den ganzen Charakter von Flynn fand ich mehr als unangenehm. Er kam richtig wie so ein Ugah-Ugah. Frau. Meins. Typ rüber. Nicht nur dass es ihn extrem schockiert zu haben scheint, dass Frau auch intelligent sein kann (bei der NASA arbeiten) und nicht nur shoppen, Klamotten, Geld ausgeben und wie finde ich einen möglichst reichen Mann im Kopf hat. Auch war er einfach unfassbar machomäßig drauf und hatte meiner Meinung nach ein dezentes Gewaltproblem. (Wollte sich immer direkt mit anderen prügeln wenn sie was mit seiner ach so geliebten Jackie zu tun hatten, wollte sich nicht mehr alleine heim laufen lassen, ...) Auch sein Bruder hat keinen sonderlich besseren Eindruck gemacht. Ich mein er hat in der Vergangenheit mit Flynns damaliger Freundin geschlafen, damit sich diese trennen weil sie ihm nicht gut getan hat?! Geht dezent gegen meine Moralvorstellungen. Zu der Story an sich kann man (den NASA Teil ausgeschlossen) wenig sagen. Sie war halt Seicht und ziemlich generisch. Zum Schluss noch ein Lob: Die Stellen in denen es um die NASA ging, ließen sich gut lesen und haben das Niveau auch etwas gehoben und waren mit abstand das beste an dem ganzen Buch Die Sexszenen an sich fand ich dann tatsächlich gar nicht so schlimm. Für gewöhnlich bin ich kein Fan von Sexszenen in Büchern aber die in diesem Buch waren ganz solide geschrieben. Fazit: Wer auf der Suche nach einem Hate-Read ist dicke Empfehlung! Ansonsten eher nicht so. Also gar nicht. Wirklich überhaupt nicht.
Ok wow! Wer hätte gedacht, dass sich hinter diesem leicht trashigem Cover ein so tolles Buch verbirgt. Mal wieder ein Beweis dafür, Selfpublishing nicht zu unterschätzen. Und ja warum eigentlich ist das kein VerlagsBuch??? Es kann sich nämlich ohne Probleme bei Ali Hazelwood und Co einreihen. Eine geekige, super intelligente Junge Frau, tätig bei der NASA und ein wirklich ansprechender Mechaniker/Cowboy :) Wir bekommen hier viel Witz und Humor, ein Haufen Fachbegriffe über Astronomie und Weltraumfahrten, zwei ultra sympathische Hauptprotagonisten und einen Haufen noch sympathischerer Nebencharaktere. Für alle Fans von Liebesromanen mit nerdigem Inhalt nur zu empfehlen.
Hab ich viel über die NASA gelernt



