Achtung Spoiler
Nachdem mich der erste Band bereits vollkommen in seinen Bann gezogen hatte, musste ich natürlich sofort zu Feral Moon – Der schwarze Prinz greifen. Rückblickend betrachtet war das vermutlich die einzig logische Entscheidung, denn der Cliffhanger ließ mir ohnehin keine Wahl. Die Geschichte knüpft nahtlos an das Ende des ersten Bandes an. Tristan lebt, ist mittlerweile mit der Prinzessin von Leerth verlobt und macht Scarlet gleichzeitig Vorwürfe, sie habe nie nach ihm gesucht. Für Scarlet bricht damit erneut eine Welt zusammen, denn innerhalb weniger Augenblicke muss sie akzeptieren, dass ihre erste große Liebe lebt, sich aber komplett verändert hat. Besonders nachvollziehen konnte ich Tristans Vorwürfe allerdings nicht. Schließlich hat auch er in all den Jahren nie nach Scarlet gesucht. Während Scarlet versucht, ihre Vergangenheit und ihre neuen Gefühle miteinander in Einklang zu bringen, geraten Ash und Tristan immer wieder aneinander. Dabei wird schnell deutlich, dass Ashs Verhalten weit über bloße Eifersucht hinausgeht. Seine Geheimnisse, die bereits im ersten Band angedeutet wurden, werden nach und nach enthüllt und verleihen seiner Figur noch einmal deutlich mehr Tiefe. Besonders gelungen fand ich, wie Asuka Lionera den Gegensatz zwischen Tristan und Ash herausarbeitet. Beide möchten Scarlet beschützen, verfolgen dabei aber völlig unterschiedliche Ansätze. Während Tristan sie immer wieder zurückhalten oder von gefährlichen Entscheidungen abbringen möchte, vertraut Ash ihr. Als Scarlet den stärksten Krieger von Leerth herausfordert, versucht Tristan sie von ihrem Vorhaben abzubringen, während Ash ohne zu zögern auf ihren Sieg wettet. Diese kleine Szene sagt für mich mehr über ihre Charaktere aus als viele große Dialoge. Mit der Enthüllung um Ash und seine wahre Natur erhält die Geschichte eine völlig neue Dynamik. Besonders schön fand ich, dass Scarlet den Feral nicht mehr nur als Bestie betrachtet, sondern ihm mit Tenebrae sogar einen eigenen Namen gibt. Dadurch wird deutlich, wie sehr sich ihre Sicht auf die Welt verändert hat. Gleichzeitig bleibt Ash trotz seiner instinktiven Bindung zu Scarlet immer jemand, der ihr die Freiheit lässt, eigene Entscheidungen zu treffen. Gerade das hebt ihn für mich deutlich von vielen anderen Alpha-Figuren in Romantasy-Geschichten ab. Auch der Weltenbau entwickelt sich weiter. Immer mehr Hintergründe über die Ferals, ihre Entstehung und die politischen Zusammenhänge werden offenbart, wodurch die Geschichte noch komplexer wird. Gleichzeitig entstehen neue Fragen, sodass man als Leser ständig das Gefühl hat, einem großen Geheimnis immer näher zu kommen. Der Schreibstil war erneut unglaublich flüssig und fesselnd. Obwohl das Buch keine pausenlose Action bietet, konnte ich es kaum aus der Hand legen und habe es innerhalb von 24 Stunden beendet. Die Mischung aus emotionaler Charakterentwicklung, spannenden Enthüllungen und der sich stetig weiterentwickelnden Welt hat mich komplett überzeugt. Am Ende bleibt erneut ein Cliffhanger zurück, der mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Genau deshalb musste Band drei natürlich direkt im Anschluss einziehen.

































