Ich scrollte gedankenverloren durch meine Amazon Kindle Vorschläge und blieb bei Aschenliesel hängen. Ein Märchen aus dem wahren Leben, in idyllischer Bergwelt, zwischen Bauernhof und Wellnesshotel. Die Autorin entführt uns hoch in die Berge, so dass ein wenig Heidi-Feeling aufkommt. Aber anstelle von Ziegen-Peter muss sich Alina nicht nur mit ihrer garstigen Stiefmutter auseinandersetzen, sondern sich auch noch mit dem blöden Bachersohn. Der hat ihr während der Schulzeit schon übel mitgespielt, doch für ihn zuarbeiten setzt dem ganzen noch die Krone auf. Und wenn man glaubt es geht nicht schlimmer, kommen ihr auch noch diese elenden Schmetterlinge in die Quere. Mir hat diese Lektüre sehr gut gefallen. Ich habe sie an einem Tag durchgelesen. Nicht nur wegen der schönen Szenerie, sondern auch wegen der tollen Charaktere die Mia Sole geschaffen hat. Man findet auf Anhieb Personen sympathisch bzw. unsympathisch, so dass man von der Geschichte gut gefesselt wurde. Der Schreibstil ist locker flockig und man gleitet geradewegs durch das Buch.
Bei „Aschenliesel“ handelt es sich um eine Märchenadaption zu Aschenputtel. Da ich bisher noch nicht viele Bücher aus diesem Genre gelesen habe, war ich sehr gespannt. Alina lebt auf dem Hof ihres Vaters in den Bergen. Mit ihr, seine neue Lebensgefährtin Olga samt Tochter Kati. Beide behandeln Alina eher wie eine Angestellte denn wie ein Familienmitglied. An ihrem 24. Geburtstag, wird es der angehenden Tierärztin zu bunt und sie überlegt ihre Mutter zu suchen. Diese hat vor 20 Jahren den Hof und damit auch Alina verlassen. Mitten in einem eskalierenden Streit taucht plötzlich Mike auf, der Erbe des Wellnesshotels im Ort. Und er springt Alina zur Seite, bis sie ihn erkennt. Er ist das Ekel ihrer Schulzeit, an die sie nur mit Schaudern zurück denkt. Und er nannte sie damals stets „Bauernliesel“. Der rote Faden des Märchens zieht sich auch durch „Aschenliesel“. Daher sind große Überraschungen nicht zu erwarten aber die entscheidenden Charaktere sehr gut erkennbar. Man möchte Olga und ihre Tochter eigentlich nur zum Mond schießen aber so leicht geht es natürlich nicht. Alina ist für meinen Geschmack ein wenig zu negativ. Ich hätte mir bei ihr gern etwas weniger Selbstmitleid gewünscht. Das Setting hingegen ist wirklich richtig toll gelungen und damit die Berge, Tiere sowie das Hotel prima vorstellbar. Der Schreibstil ist leicht zu lesen und wartet sehr modern mit vielen lockeren Redewendungen auf. Trotz Märchen ist man mitten im Heute und wird mit einer schönen Liebesgeschichte belohnt. Mia Sole hat sich auch mit ihrem zweiten Buch viel Mühe gegeben den Leser zu unterhalten. Für meinen Geschmack ist ihr das auch wiedereinmal gut gelungen.

