
Kurzer Liebesroman-Snack
Einen Sommer lang waren Mary und Tad in ihrer Jugend ein Liebespaar, wollten den gemeinsamen Traum einer Musikkarriere verfolgen. Dann verschwand Tad von einem Tag auf den anderen. Fünf Jahre später schlägt sich Mary mehr schlecht als recht in New York durch, als sie die Einladung zu einem Privatkonzert bekommt. Und irgendwie kommt ihr der Auftraggeber bekannt vor … Eigentlich hat dieses Buch einen absoluten Fünf-Sterne-Plot. Die Grundgeschichte, auch mit ihren Wendungen, hat mich wirklich gecatcht. Schon der Anfang der beiden Teenager, die sich über die Musik finden, einschließlich Tads geheimnisvollen Verschwindens. Dann die Idee mit den Konzerten und den verbundenen Augen - was hätte man daraus alles machen können! Selbst die Nebenfiguren, allen voran Barbesitzer Jone, sind von der Idee her richtig gut angelegt. Aber - es hapert leider vollkommen an der Umsetzung. Ich sage das selten und wirklich ungern - aber die beiden Autorinnen sind schlicht und einfach schlechte Schriftstellerinnen. Der Schreibstil ist so furchtbar, dass es einem teilweise die Zehennägel aufrollt, mit dem schlichtestem Satzbau, den man sich nur vorstellen kann, teilweise merkwürdig verdrehten Sätzen und generell viel zu dialoglastig. Tiefergehende Emotionen gibt es nicht, keinerlei Einblicke in die Gefühlswelten der Protagonisten, was vor allem bei Tad natürlich sehr schlecht ist, seine Perspektive fehlt völlig und eigentlich ist es ja er, der viel mit sich zu kämpfen hat. Dazwischen dann wieder Einwürfe und Erkenntnisse, die an schnulzige Kalenderblatt-Sprüche erinnern und irgendwie einfach nur cringe sind. Und ich habe auch gar kein Problem damit, wenn es in einem Liebesroman keine expliziten spicy Szenen gibt - aber bitte nicht so ein Mittelding wie hier, das war ja weder Fisch noch Fleisch … Von daher bin ich bei meiner Bewertung bei wohlgemeinten drei Sternen gelandet. Wie gesagt, hat mich der Plot wirklich überzeugt, aber das Buch an sich hätte leider maximal nur zwei Sterne verdient gehabt. Damit ist ‚Feel My Soul‘ leider nicht mehr als ein kleiner Buchsnack für Zwischendurch, den man schnell wieder vergisst …



































