
Eine Sommerliebe fürs Leben
Nachdem ich von der Nimmerland-Reihe von Anna Katmore schon so begeistert war, habe ich mir jetzt dieses Buch geschnappt und ich habe die Geschichte geliebt. Es ist eine wunderschöne Vampirromanze - eingebettet in ein kleines Abenteuer. Ich habe schon auf den ersten Seiten gemerkt, dass dies genau mein Buch ist. Quentins süßer Sarkasmus war genau meins und hat mich sozusagen direkt abgeholt. Als seine Eltern damals bei einem Unfall ums Leben kamen, hat sein Onkel, der berüchtigte Dracula, ihn zum Vampir gemacht. Aber seitdem hatte Quentin einfach keinen Bock, sich darum zu kümmern, seine Vampirfähigkeiten zu entwickeln. Das will sein Onkel ändern und schickt ihn in sein altes Schloss direkt nach Rumänien. Er darf erst zurückkommen, wenn er gelernt hat, ein Vampir zu sein und einen wild gewordenen Werwolf tötet. Natürlich ist Quentin in dem Schloss ohne Strom und WLAN und mit null Peilung von seinen Kräften total überfordert und die Autorin hat mich das eine oder andere Mal schmunzeln lassen. Da verwandelt er sich schon mal plötzlich ahnungslos in eine Fledermaus und hat zuerst keine Idee, wie er wieder zu Quentin wird. Natürlich trifft er dort auf Abby und zwischen ihnen entsteht nach vielen süßen Neckereien, kleinen Schocks und kleinen Abenteuern ein zartes Band, das mit jedem Tag stärker wird. Ich habe die Zeit geliebt, die Abby und Quentin miteinander verbracht haben und habe mich darin verloren, in ihrem Lachen, in ihrer Angst und in ihrer Traurigkeit, aber vor allem in ihren "flatternden Fledermäusen im Bauch". Alles ist so süß und feinfühlig beschrieben und die sinnlichen Szenen zwischen den beiden sind einfach nur "intensiv" und fühlbar. Das süße Kätzchen Säbelzahn rundet das ganz natürlich auch noch herzerweichend ab ;-) Drumherum gibt es auch noch die Werwolfgeschichte, bei der ich von Anfang an den richtigen Riecher hatte. Die Autorin verwebt alles geschickt und hat alle Charaktere einzigartig gemacht. Ich habe sie allesamt geliebt - letztendlich sogar Trayan, der den Sommer bei Abbys bester Freundin Rosemarie verbringt und zunächst der seltsame Obermacho ist ;-). Auch Abbys Oma Nana ist eine rundum herzliche Person. Den Leser erwartet das eine oder andere Geheimnis. Was ich neben der zarten Entwicklung der Liebesgeschichte mit all seinen neckischen Annäherungen toll fand, war das Sommerabendgefühl, das die Autorin geweckt hat. Ich konnte mir richtig die Weite des kleinen Ortes in Rumänien, das laue Lüftchen und das schöne Abendlicht vorstellen. Ach, es war eine herrliche Vampirgeschichte, fernab von irgendwelchem Mafia oder Boss-Kram, und doch so einzigartig. Beim Lesen spürt man auf jeden Fall, womit jeder auf seine ganz eigene Art zu kämpfen hat und im letzten Drittel war das Nachfühlen der tiefen Bindung und der Sommermagie wunderschön - bis es plötzlich dramatisch wurde. Ob am Ende alles gut wird, verrate ich nicht, aber eines schon: Ich war so dabei, dass die Autorin es geschafft hat, mir an der kleinen "Hoodie-Stelle" und etwas danach ein paar Tränchen zu entlocken. Ja, es war ein schönes Buch. Ich kann es nur empfehlen und würde mich über weitere Mensch/paranormal-Romane der Autorin freuen. So schön, zauberhaft, niedlich und doch reif und intensiv und... ja, ich schwärme. Wird nun nicht leicht, das nächste Buch zu finden. :-)
