Reinhardt beschreibt auf unterhaltsame Weise den Werdegang eines der liebsten Monster der Popkultur und zeigt anhand von Literatur- und Filmgeschichte wie wandelbar eben jenes Ungeheur ist. Mal dunkler Graf, mal Teenieschwarm begleiten mich persönlich Vampire seit der Kindheit und üben genauso lange bereits Faszination aus. Auf 100 kurzweiligen Seiten bekommt man hier einen sehr guten Querschnitt durch die 300 Jahre Popkultur und lernt zudem, wo der ganze Spaß denn eigentlich angefangen hat. Mein Kritikpunkt ist jedoch, dass Reinhardt sich ausschließlich auf Literarische und Filmische Werke beschränkt und dabei ein wichtiges Medium des späten 20. und 21. Jahrhunderts außer Acht lässt: Videospiele. Insbesondere in den Unweiten des Gaming Universums treiben Vampire seit Jahrzehnten ihr Unwesen und sind immer wieder Protagonist und Antagonist ganzer Spielreihen. Man denke hier zum Beispiel an die Reihe „Castlevania“, welche seit den 1980er Jahren bei Konami erscheint, für diverse Konsolen, Handheld und Automaten erschienen, und mittlerweile bei Spiel Nummer 21 angekommen ist. Besonders verwunderlich, da er die Netflix Adaption erwähnt. Leider aber auch die einzige Erwähnung eines Spiels. Alles in allem kann ich das Werk nur jedem ans Herz legen, der sich für das Phänomen Vampir in der Popkultur und dessen Entwicklung a la „Wie sind wir eigentlich an diesen Punkt gekommen?“ interessiert.
11. März11. März 2024
Vampire. 100 Seiten: Reclam 100 Seitenvon Gunther ReinhardtReclam Verlag
