in der Mitte wurde es zwar besser, aber irgendwie bin ich nicht wirklich warm geworden mit der Geschichte und den Figuren.
Sie ist Soldatin und eine genetische Besonderheit. In einer Welt, in der der zweite Weltkrieg durch die Nazis gewonnen wurde, hat Hellen nur das Kämpfen gelernt. Es besteht jedoch die Chance das Blatt zu wenden, denn sie ist die Einzige die in der Zeit zurück gehen und verhindern kann, dass die Baupläne einer effektiven Kriegswaffe den Nazis in die Hände fällt. Einziges Manko, sie kann nichts außer sich selbst in das viktorianische England mitnehmen. Das Geld muss sie sich durch Erpressung beschaffen. Doch da hat sie die Rechnung ohne den Herzog von Sommervale gemacht. Der entspricht so gar nicht ihrer Vorstellung von einem Erpressungsopfer. Als dann aber die Geschichte nicht läuft wie geplant, muss sie zerknirscht gerade ihn um Hilfe bitten, die dieser verständlicherweise nur sehr widerwillig gewährt. Ein weiteres Freebie, das ich mir hätte sparen können. Gelesen habe ich es aufgrund der Kürze und des angenehmen Schreibstil. Mehr als einmal jedoch musste ich mich kopfschüttelnd zurückhalten, meinen Unmut nicht laut kundzutun. Der Autorin unterläuft so mancher Logikfehler. Hellen ist die Einzige die Zeitreisen kann, aber die Deutschen waren vor ihr in der Zeit zurückgereist. Also waren die Deutschen cleverer als die Alliierten und beherrschen somit zu Recht die Welt? Die Amerikanische Armee wirft den Nazis Skrupellosigkeit und Opferbereitschaft von Menschenleben vor und selber probiert sie Zeitreisen an hunderten Probanden, mit dem Erfolg, dass sie sterben? Die Protagonistin stürmt abgerissen das Haus eines englischen Lords und der lässt sich erpressen, ohne die Polizei zu holen? Ich glaube nicht. Darüber könnte man ja noch hinwegsehen, doch mich hat Hellen einfach nur genervt. Da beschwert sich die Protagonistin darüber, dass sie in einer Zeit gelandet ist, wo Fäkalien auf die Straße gekippt werden und sie einen Nachttopf verwenden muss. Nun da haben wir das Jahr 1850. Die Toilette wurde 200 Jahre zuvor erfunden und in Hotels hielt sie ab Mitte des 19. Jahrhunderts Einzug. Wem fällt da ein Zusammenhang auf? Da unsere Heldin im Savoy abgestiegen ist, also keine billige Herberge, mag ich bezweifeln, dass sie einen Nachttopf benutzen musste und wenn doch, wurde dieser bestimmt nicht mehr auf die Straße entleert. Das war doch eher im Mittelalter der Fall. Dies ist nur ein Beispiel über so Kleinigkeiten, die mir richtig auf den Keks gingen und die sich aber über die 160 Seiten aufsummieren. Mit einem kleinen Rechercheaufwand, hätten sich solche Anachronismen verhindert werden können. Nichtsdestotrotz ist die Story und der Erzählstil okay und ich hätte gern noch den zweiten Teil gelesen, aber leider sind mir 6 Euro für noch 150 Seiten einfach zu viel. Von daher lass ich Hellen wo sie ist und wende mich anderen Geschichten zu.

