Was war das?
Ich hab das Buch in die Hand genommen wegen einer TikTok Empfehlung. Der "Trope" klang interessant und hat mich ein bisschen an *Just Fans* erinnert. Das fand ich süß also - give it a try. Nett war die grundsätzliche Idee und auch lange die Beziehungsdynamik der MCs . Der grundsätzliche Schreibstil ist flüssig und per se gut lesbar. Sex und Bodypositivity ist irgendwie auch vielleicht dabei gewesen, aber ihr seht schon es wird schwieriger. Denn was mir richtig sauer aufgestoßen ist, sind zwei Dinge: Die ständige Wiederholung von "richtigen Kerlen" in diversen Formulierungen. In Michaels Umfeld gibt es gefühlt ausschließlich große, breite, muskulöse Männer. Twinks gehen gar nicht und wenn's ein bisschen schmäler ist, ist es eigentlich auch nicht sein Ding. Super nervig ist aber vor allem der Schwule dem man sein Schwulsein aufgrund von Haltung, Stimme und Dresscode direkt ansieht. Der wird direkt als tuntig und Neo Go abgestempelt und er bewundert seinen BF dafür dass dieser so offen mit ihm umgeht. I mean?!?!? You are no better gay? Weiter geht's mit mit seinem Lash-Out bei seinem Outing. Emotionen und so I get it. Aber einem offensichtlich gewalttätigen und Alkoholproblematischem Typen seine Frau and den Pranger zu stellen, war sehr unangenehm zu lesen. Das Verhalten der Frauen in der Story ist nicht unbedingt vom Feinsten okay, aber Michael hat es jahrelang fein genutzt um sein Heteroimage aufrecht zu erhalten. Also so lange Heterosein wichtig war hat es schon gepasst dass die Damen Avancen machen. Wenn dann plötzlich der BF da ist sind alles Weiber die keine Kontrolle und Stil haben. Thank you very much... Der nächste Abtourn war sein "Druck" nach einem Unfall. Na klar, du bist so verständnisvoll und liebevoll aber nachvollziehbar dass dein Druck unfassbar groß ist und du dich kaum zurück halten kannst - Dude dein BF hat vor 6 Wochen eine Messerstecherei und versuchte Vergewaltigung überlebt und dein größtes Problem ist, dass du es dir selbst besorgen musst? Damit kommen wir auch direkt zum "Spice" den gibt es extrem oft. Ich habe gar keinen Stress mit Spice aber Fakt ist, hier wären es vermutlich 150 Seiten weniger geworden wenn man den Spice halbiert hätte und dann wär's immer noch mehr als genug. Diese Seiten hätte dann für echten guten Plott genutzt werden können. Ebenso die permanenten Wiederholungen wie geil sein BF ist und vor allem das immer wiederkehrende Verdeutlichen des P*rnstar Dasein. Denn das wiederholt sich quasi auf jeder Seite. Von diesen schriftstellerischen "Finessen" abgesehen ist die gesamte Ausdrucksweise schwierig. Es liest sich, als würde man einen schlechten Amateur P*rno gucken. Mir ist einfach nicht klar wie das empfohlen werden konnte und irgendwie auch nicht so richtig wie es heutzutage verlegt werden kann wenn so viel initialisierte Homophobie ausgestrahlt und eigentlich unbehandelt bleibt... Keine Empfehlung



