
Spannender und atmosphärischer Band mit starker Handlung
Handlung [Klappentext] „Eine junge Frau, die brutal misshandelt wird... Ein grausamer Mord in der Silvesternacht... Eine Spur, die in die Chefetagen einer Bank führt...“ Fazit Tödlicher Absturz von Andreas Franz und Daniel Holbe ist der 13. Band der Reihe um Julia Durant und für mich insgesamt ein wirklich gelungener Krimi. Die Handlung setzt in Frankfurt an Neujahr 2011 ein, während die Stadt noch ganz im Nachhall der Silvesternacht steckt. In dieser Stimmung geschieht unbemerkt ein grausames Verbrechen: Eine junge Frau wird tot in einem Müllcontainer unweit des Bankenviertels gefunden. Erste Spuren führen in die Chefetage einer renommierten Bank, doch der Verdächtige schweigt. Als dann ein weiterer Mord geschieht, beginnt für Julia Durant und ihr Team ein Wettlauf gegen die Zeit. Genau diese Ausgangslage hat mich sofort angesprochen, weil sie von Beginn an eine düstere, treibende und spannende Atmosphäre erzeugt Was mir an der Handlung besonders gut gefallen hat, ist die Verbindung aus klassischer Mordermittlung und dem Milieu der Banker und Wirtschaftsbosse. Der Fall bleibt dadurch nicht nur ein gewöhnlicher Krimi, sondern bekommt ein zusätzliches Umfeld, das der Geschichte einen eigenen Ton verleiht. Gerade die Spur in Richtung Banketage sorgt dafür, dass die Ermittlungen von Anfang an interessant wirken, weil man als Leser schnell merkt, dass sich hinter dem Fall mehr verbergen könnte als nur ein einzelnes Verbrechen. Dass dann noch ein zweiter Mord geschieht, hebt die Spannung weiter an und verstärkt das Gefühl, dass Julia Durant und ihr Team dringend handeln müssen. Ich mochte außerdem, dass der Roman seine Spannung offenbar nicht nur aus der bloßen Frage „Wer war es?“ zieht, sondern vor allem aus dem Tempo und dem Druck, der auf den Ermittlungen lastet. Die Handlung wirkt dadurch sehr vorwärtsgerichtet. Man hat das Gefühl, dass der Fall ständig in Bewegung ist und dass jede neue Spur wichtig werden könnte. Gerade dieser Aspekt macht Tödlicher Absturz für mich zu einem Buch, das sich sehr flüssig lesen lässt und bei dem man gern weiterliest, weil man wissen möchte, wie sich die Ereignisse zuspitzen. Die Grundkonstellation mit dem ersten Mord, dem Schweigen des Verdächtigen und dem späteren zweiten Verbrechen ist dafür wirklich stark gewählt. Trotzdem ist es für mich kein uneingeschränktes 5-Sterne-Buch. Ich fand den Roman insgesamt spannend und unterhaltsam, aber nicht in jeder Phase gleich intensiv. Die Handlung hat eine starke Ausgangslage und ein überzeugendes Umfeld, doch für meinen Geschmack gab es zwischendurch Momente, in denen mich die Geschichte eher solide als vollkommen mitreißend gepackt hat. Das heißt nicht, dass der Krimi schwach wäre – im Gegenteil, er ist klar überdurchschnittlich und absolut lesenswert –, aber mir hat am Ende noch ein kleines Stück gefehlt, um ihn als echtes Highlight der Reihe zu empfinden. Gerade weil der Fall mit dem Neujahrssetting, dem Bankenviertel und den Ermittlungen im Umfeld einflussreicher Personen so viel Potenzial bietet, waren meine Erwartungen beim Lesen recht hoch. Vieles davon wird auch eingelöst: Die Handlung hat Tempo, sie hat eine düstere Grundstimmung und sie bietet genug Ansatzpunkte, um neugierig zu bleiben. Für die volle Punktzahl hätte ich mir persönlich nur gewünscht, dass mich die Geschichte emotional oder spannungsmäßig noch durchgehend stärker festhält. So bleibt am Ende ein sehr guter Krimi, der vieles richtig macht, aber für mich knapp unter einem absoluten Lieblingsband bleibt. Der Roman überzeugt mit einer starken Grundidee, einem atmosphärischen Setting in Frankfurt und einer Handlung, die durch die Ermittlungen im Umfeld von Bankern und Wirtschaftsbossen zusätzlich an Reiz gewinnt.










