
Solider Krimi mit interessanter Handlung
Handlung [Klappentext] „Eine Studentin, die grausam gequält und ermordet wurde... Ein Tatort, an dem ein berühmter Song gespielt wurde... Ein Mörder, der vor nichts zurückschreckt...“ Fazit Im Mittelpunkt steht Julias Rückkehr in den aktiven Dienst, nachdem sie noch unter den Folgen ihrer Entführung leidet. Gleich zu Beginn wird sie mit einem brutalen Fall konfrontiert: In einem WG-Zimmer wird eine Studentin tot aufgefunden, sie wurde zuvor gequält, und am Tatort läuft der Song „Stairway to Heaven“. Zunächst werden Verdächtige ermittelt und verurteilt, doch zwei Jahre später taucht erneut ein toter Student auf – wieder begleitet von demselben Lied. Genau diese Ausgangssituation macht die Handlung erst einmal sehr spannend und sorgt dafür, dass man wissen möchte, wie alles zusammenhängt. Was mir an dem Buch durchaus gefallen hat, ist die Grundidee der Handlung. Der Fall beginnt sehr düster und mit einer bedrückenden Atmosphäre, und der Umstand, dass ein vermeintlich abgeschlossener Fall Jahre später offenbar doch nicht beendet ist, gibt der Geschichte einen reizvollen Ansatz. Dadurch entsteht schnell die Frage, ob damals wirklich die richtigen Täter verurteilt wurden oder ob etwas Entscheidendes übersehen wurde. Diese Verbindung aus altem Urteil und neuem Verbrechen macht den Roman zunächst interessant und verleiht der Geschichte eine gewisse Schwere. Auch Julias persönliche Ausgangslage fand ich grundsätzlich spannend. Dass sie direkt nach ihrer Rückkehr in den Dienst wieder mit einem extrem belastenden Fall konfrontiert wird und noch unter dem Trauma ihrer Entführung leidet, gibt der Handlung eigentlich eine starke emotionale Grundlage. Gerade weil dieser Aspekt so viel Potenzial hat, hatte ich mir davon sehr viel versprochen. Die Geschichte hat also auf dem Papier viele Elemente, die einen wirklich intensiven Krimi versprechen: eine angeschlagene Ermittlerin, ein grausamer Mord, ein beunruhigendes wiederkehrendes Motiv und die Frage, ob die Wahrheit jahrelang unentdeckt geblieben ist. Trotzdem hat mich der Roman insgesamt nur teilweise erreicht. Für mich war die Handlung zwar interessant aufgebaut, aber nicht in jeder Phase gleich packend. Der Einstieg ist stark und der Fall klingt sehr vielversprechend, doch im Verlauf hatte ich persönlich nicht immer das Gefühl, dass die Spannung konstant auf demselben Niveau bleibt. Manche Passagen fand ich eher solide als wirklich fesselnd, sodass bei mir dieses typische „Ich-muss-unbedingt-weiterlesen“-Gefühl nicht durchgehend entstanden ist. Gerade bei einem Stoff mit so einer düsteren und intensiven Prämisse hätte ich mir stellenweise noch mehr Zugkraft gewünscht. Hinzu kommt, dass die Geschichte durch die sehr harte Grundsituation zwar bedrückend wirkt, mich emotional aber nicht so stark gepackt hat, wie ich es erwartet hatte. Die Idee mit dem wiederkehrenden Lied am Tatort und der Rückbezug auf den früheren Fall ist zwar atmosphärisch und auffällig, für mich allein hat das aber nicht gereicht, um den Roman dauerhaft auf ein höheres Niveau zu heben. Ich fand das Buch nicht schlecht – im Gegenteil, es ist ein ordentlich konstruierter Krimi mit einer interessanten Ausgangslage –, aber mir fehlte am Ende ein Stück weit die Intensität und der bleibende Eindruck, den ein wirklich sehr guter Thriller für mich hinterlässt. Insgesamt würde ich Todesmelodie daher mit 3 von 5 Sternen bewerten. Der Roman bietet einen düsteren Fall, eine starke Grundidee und einen handlungsseitig durchaus interessanten Aufbau rund um ein möglicherweise falsch abgeschlossenes Verbrechen. Gleichzeitig konnte mich die Umsetzung nicht vollständig mitreißen, sodass für mich am Ende eher ein solider als ein herausragender Krimi bleibt. Wer die Reihe um Julia Durant gern liest, wird hier sicher einiges finden, was den Band lesenswert macht – für mich war es aber eher ein gutes Mittelmaß als ein echtes Highlight.















