
🌊🎭 Kunst, Macht und die dunklen Wasser Venedigs
Acqua alta war für mich bisher einer der besten Brunetti-Bände. Erst denkt man noch, es geht „nur“ um einen brutalen Angriff, aber dann wird daraus plötzlich ein riesiges Ding mit Kunstraub, Schmuggel, Millionenbeträgen, Einfluss und Leuten, die glauben, sie stehen über allem. Und trotzdem wirkt das nie wie irgendein überdrehter Actionthriller, sondern passt komplett in diese düstere Venedig-Stimmung. Am meisten gepackt hat mich aber Brett Lynch. Dadurch, dass man sie schon kennt, fühlt sich alles direkt viel schlimmer an. Ich wollte irgendwann gar nicht mehr primär wissen, wer dahintersteckt, sondern einfach, dass Brett und Flavia da heil rauskommen. Die Szenen gegen Ende waren echt unangenehm spannend. Flavia hat mir hier auch besser gefallen als zuvor, weil man endlich merkt, wie wichtig Brett ihr wirklich ist. Was ich an Donna Leon wirklich mag: Sie schreibt Gewalt nicht reisserisch. Gerade deswegen wirken manche Szenen härter als in vielen brutalen Thrillern. Das Buch hinterlässt dieses unangenehme Gefühl, dass Geld, Macht und Beziehungen vieles verdecken können und normale Menschen am Ende die Konsequenzen tragen. Dazu kommt diese bedrückende Atmosphäre aus Hochwasser, Kunstwelt und Venedig, die perfekt zum Fall passt.






