Spannender Auftakt, aber zu viele offene Fragen
Ich muss zugeben, dass mich die Idee hinter diesem Buch sowie alles, was man im Vorfeld darüber lesen konnte – insbesondere der Klappentext – sehr neugierig gemacht haben. In meiner Vorstellung erwartete mich eine Mischung aus Thriller und Gruselroman, wenn auch nicht unbedingt Horror. Der Anfang der Geschichte war dann auch sehr mitreißend, sodass ich fast die erste Hälfte des Buches in einem Stück gelesen habe. Immer wieder wurden mitreißende Spannungsbögen aufgebaut, sei es durch das Auftauchen der vermeintlichen Geister, die Kinderstimmen oder die undurchsichtige Vergangenheit des früheren Nachtwächters, deren Parallelen zu Jerichos Erlebnissen sich recht schnell erkennen ließen. Doch als der vermeintliche Täter schließlich entlarvt wurde, verschwand für mich schlagartig die mystische und unheimliche Atmosphäre. Im weiteren Verlauf erschloss sich mir nicht mehr wirklich, warum all diese paranormalen Phänomene überhaupt aufgetreten sind. Weshalb wurden die Kinderstimmen gehört? Welche Bedeutung hatten die seltsamen Ereignisse? Auf viele dieser Fragen liefert die Geschichte für mein Empfinden keine zufriedenstellenden Antworten. Auch das Ende wirkte auf mich nicht ganz rund. Trotz allem mochte ich die Geschichte insgesamt, finde jedoch, dass sie einiges an Potenzial liegen lässt. Am Ende bleiben mehr Fragen offen, als das Buch bereit ist zu beantworten. Dabei gehöre ich eigentlich nicht zu den Leserinnen und Lesern, die verlangen, dass jede Kleinigkeit bis ins letzte Detail erklärt wird. Eine gewisse innere Logik und Nachvollziehbarkeit hätte ich mir allerdings gewünscht. Nichtsdestotrotz ist „Die Mitternachtsmemoiren“ ein unterhaltsamer Mix aus Grusel, Krimi und Thriller. Wer solche Geschichten mag und sich nicht an einigen offenen Fragen stört, dem kann ich das Buch durchaus ans Herz legen.


































































