
"Besonders zu sein ist die beste Art, anders zu sein."
Eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Ein Backman, wie sollte es anders sein. Dieser Mann schreibt sich immer wieder in mein Herz. (Wie macht er das bloß?) Auch dieses Buch hat sich einen festen Platz in meinem Herzen gesucht und ist einfach dort geblieben. Nicht nur ein Fünf-Sterne-Buch, sondern eines jener Bücher, an denen sich alle zukünftigen Fünf-Sterne-Bewertungen messen lassen müssen. Was dieses Werk für mich so außergewöhnlich macht, ist die Art, wie Backman das Unvereinbare miteinander verbindet. Er erzählt von Verlust und Hoffnung, von Einsamkeit und Zugehörigkeit, von Schuld und Vergebung – und schafft es gleichzeitig, mich zum Lachen zu bringen, oft mitten in den Momenten, in denen mir die Tränen in den Augen stehen. Die Geschichte der siebenjährigen Elsa und ihrer einzigartigen Oma beginnt wie ein modernes Märchen und entwickelt sich nach und nach zu einer tiefgründigen Betrachtung darüber, was Menschen ausmacht: ihre Fehler, ihre Narben, ihre Geheimnisse und ihre Fähigkeit zu lieben. Elsa gehört zu den Figuren, die man nicht einfach kennenlernt, sondern ins Herz schließt. Sie ist klug, eigensinnig, verletzlich und mutig zugleich. Ein Kind, das in einer Welt voller Erwachsener oft keinen Platz zu finden scheint. Und dann ist da eben diese grandiose Oma – chaotisch, unberechenbar, laut, unangepasst und voller Liebe. Eine Frau, die sich nicht darum schert, was andere von ihr denken, solange sie diejenigen beschützen kann, die sie liebt. Ihre Beziehung zueinander gehört für mich zu den schönsten literarischen Freundschaften, die ich jemals gelesen habe. Doch die wahre Magie dieses Romans liegt für mich noch ganz woanders. Dieses Buch erinnert uns daran, dass jeder Mensch einen unsichtbaren Kampf austrägt. Dass hinter verschlossenen Türen Geschichten existieren, die wir nicht kennen. Dass die grimmige Nachbarin, der schweigsame Mann oder die seltsame Person im Treppenhaus oft viel mehr sind als das erste Urteil, das wir über sie fällen. Backman schreibt über Menschen, als hätte er Zugang zu ihren verborgensten Gedanken. Er zeigt ihre Schwächen, ohne sie bloßzustellen. Er zeigt ihre Fehler, ohne sie zu verurteilen. Und genau dadurch werden sie unglaublich warmherzig und mitfühlend. Während des Lesens hatte ich immer wieder das Gefühl, als würde das Buch eine Hand auf meine Schulter legen und sagen: „Schau genauer hin.“ Nicht nur auf die Figuren. Sondern auf die Menschen um dich herum. Besonders beeindruckt hat mich die Konstruktion der Geschichte. Anfangs wirken die Märchen, die Briefe, die Nachbarn und die vielen scheinbar losen Fäden fast wie ein buntes Durcheinander. Doch Seite für Seite setzt Backman die Puzzleteile zusammen, bis man plötzlich das gesamte Bild erkennt. Und genau in diesem Moment entfaltet der Roman seine volle emotionale Präsenz. Dinge, die zunächst belanglos erscheinen, gewinnen eine enorme Bedeutung. Figuren, die man kaum beachtet hat, wachsen einem ans Herz. Und irgendwann versteht man, dass dieses Buch die ganze Zeit etwas viel Größeres erzählt hat, als man zunächst vermutet hat. Für mich ist Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr Leid eine Liebeserklärung an all die Menschen, die nicht perfekt sind. An die Sonderlinge. Die Außenseiter. Die Verletzten. Die Träumer. Diejenigen, die sich manchmal fehl am Platz fühlen. Es ist ein Buch über die Kraft der Fantasie, aber noch mehr über die Kraft der Menschlichkeit. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum mich diese Geschichte so tief berührt hat: Sie glaubt an das Gute im Menschen, ohne dabei naiv zu sein. Sie kennt die Dunkelheit, entscheidet sich aber trotzdem für das Licht. Die Botschaft, die sich zwischen den Zeilen entfaltet ist folgende: Es sind nicht unsere Perfektion oder unsere größten Erfolge, die uns definieren. Es sind unsere Fehler, unsere Narben, unsere Versuche, trotz allem weiterzumachen. Backman schenkt seinen Figuren Würde, selbst in ihren schwächsten Momenten. Vielleicht sogar gerade dann. Je weiter ich las, desto mehr hatte ich das Gefühl, nicht nur eine Geschichte über Elsa und ihre Oma zu lesen, sondern über das Leben selbst. Über Abschiede, die niemals leicht werden. Über Menschen, die Spuren hinterlassen. Über Liebe, die manchmal in den ungewöhnlichsten Formen erscheint. Und darüber, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, der an uns glaubt – manchmal sogar mehr, als wir selbst es tun. Nur wenige Bücher schaffen es, gleichzeitig klug, fantasievoll, humorvoll und zutiefst berührend zu sein. Dieses Buch gelingt all das mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit. Es bringt einen zum Schmunzeln, zum Nachdenken und immer wieder dazu, das Buch kurz zur Seite zu legen, weil ein Satz oder ein Gedanke noch nachklingen möchte. Als ich die letzte Seite umblätterte, hatte ich nicht das Gefühl, eine Geschichte beendet zu haben. Es fühlte sich eher an, als würde ich mich von Menschen verabschieden, die mir ans Herz gewachsen waren. Und genau das ist für mich das größte Kompliment, das man einem Buch machen kann. Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr Leid ist für mich nicht einfach ein Fünf-Sterne-Buch. Es ist ein Herzensbuch. Genau diese Werke meine ich, wenn ich schreibe, sie finden einen zur rechten Zeit und begleiten einen nicht nur für die kurze Zeit des Lesens. Ein Buch voller Fantasie, Menschlichkeit, Weisheit und Gefühl. Und eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Ein Buch, das mich lachen ließ, mich zu Tränen gerührt hat und das ich am liebsten jedem Menschen in die Hand drücken würde, der vergessen hat, wie schön und heilsam Geschichten sein können. ♡♡♡ "Die größte Macht des Todes ist nicht, dass er Menschen sterben lassen kann, sondern dass er die Menschen die zurückbleiben, dazu bringen kann, nicht mehr leben zu wollen." ">Nicht ein einziges Buch?< >Nein.< >Sie haben all diese vielen Bücher und nicht einen einzigen Harry Potter?< Die Frau schüttelte entschuldigend den Kopf. >Eine Million blöde Bücher und nicht einen Harry Potter! Und Sie lässt man auf Leute los, die krank im Kopf sind? Das ist wirklich krank!<" "Elsas Oma lebte in einem anderen Rhythmus als andere Menschen. Sie funktionierte anders. In der echten Welt, da wo alles funktionierte, war sie das reine Chaos. Aber wenn die echte Welt einstürzt, wenn alles zu Chaos wird, da sind Menschen wie Elsas Oma manchmal die Einzigen, die noch funktionieren. Das war ihre Superkraft."




















































