
Starker Auftakt, aber leider nicht bis zum Ende durchgehalten
Der Klappentext von Orakel hat mich sofort gepackt. Allein die Vorstellung, dass an einem nebligen Morgen mitten auf einem Tulpenfeld in den Niederlanden plötzlich ein altes Schiff auftaucht, hat bei mir sofort Bilder im Kopf entstehen lassen. Was für eine geniale Idee! Und genauso stark wie die Prämisse ist auch der Einstieg ins Buch. Ich war von der ersten Seite an gefesselt. Als großer Akte X-Fan hatte ich zwischendurch sogar das Gefühl, eine neue Folge meiner Lieblingsserie zu erleben. Diese geheimnisvolle Atmosphäre, die unterschwellige Bedrohung, die vielen Fragen – all das hat mich unglaublich begeistert. Gerade die erste Hälfte des Buches hat für mich nahezu alles richtig gemacht. Leider hat die Geschichte für mich irgendwann ihren Fokus verloren. Nach und nach kamen immer mehr Elemente hinzu: Götter, eine Art Fluch, die Handlung rund um die Bohrinsel, Geheimdienstaspekte und noch einiges mehr. Was am Anfang noch geheimnisvoll und faszinierend wirkte, wurde für mich im weiteren Verlauf zunehmend überladen. Ich hatte das Gefühl, dass zu viele Ideen gleichzeitig erzählt werden sollten. Besonders die Rolle der Saudis konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht sollte damit auf reale Ereignisse angespielt werden, vielleicht habe ich aber auch etwas übersehen. Für mich hat dieser Handlungsstrang jedenfalls nicht viel zur Geschichte beigetragen. Inzwischen habe ich alle vier Bücher des Autors gelesen, und meine Erfahrungen mit seinen Romanen schwanken tatsächlich immer ein wenig. Hex war für mich ein absolutes Highlight und der Roman, durch den ich den Autor überhaupt erst entdeckt habe. Echo fand ich von der Grundidee ebenfalls spannend, hatte aber ähnliche Schwächen wie Orakel. November dagegen hat mich wieder komplett überzeugt. Deshalb fällt mein Fazit zu Orakel etwas gemischt aus. Ich finde es wirklich schade, dass die fantastische Stimmung der ersten Hälfte für mich nicht bis zum Ende gehalten werden konnte. Mit etwas weniger Geheimdienst und etwas mehr Mystik hätte mir die Geschichte wahrscheinlich noch besser gefallen. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Die Grundidee ist großartig, die Atmosphäre zu Beginn herausragend und die Geschichte insgesamt spannend. Für mich gehört Orakel zwar nicht zu den besten Büchern des Autors, aber es ist dennoch ein lesenswerter Roman.












































