Zwischen Gesellschaftskritik und sehr speziellem Geister-Plot 👻📖
Effi Briest ist erst siebzehn, lebensfroh und eigentlich noch viel zu jung für das Leben, das plötzlich von ihr erwartet wird. Sie heiratet den deutlich älteren Baron von Innstetten und zieht mit ihm in eine Welt voller Regeln, Pflichten und gesellschaftlicher Erwartungen. Weil sie sich immer einsamer und eingeengter fühlt, beginnt sie eine Liaison mit Crampas – mit Folgen, die zeigen, wie gnadenlos besonders Frauen damals für ihre Entscheidungen bestraft wurden. Effis gesamte Geschichte fand ich unglaublich tragisch. Sie wirkt oft wie ein junges Mädchen, das in ein Leben gedrängt wird, für das es noch gar nicht bereit ist. Besonders schlimm fand ich die Ausgrenzung, die sie später erlebt, nicht nur durch die Gesellschaft, sondern sogar durch ihre eigene Familie. Man spürt sehr deutlich, wie unterschiedlich Männer und Frauen beurteilt werden und wie wenig Raum Effi überhaupt bekommt, selbst über ihr Leben zu bestimmen. Der Schreibstil ist natürlich etwas altmodisch und stellenweise nicht ganz leicht, aber das passt eben auch zum Erscheinungszeitraum. Als Schullektüre fand ich das Buch tatsächlich interessant, weil der Kern der Geschichte auch heute noch einiges bietet, worüber man diskutieren kann. Und dann wäre da noch der spukende Chinese. 👻 Ich verstehe die symbolische Bedeutung dahinter inzwischen ein bisschen besser, aber beim Lesen saß ich trotzdem da und dachte: Theodor, wie genau sind wir jetzt hier gelandet? Für alle, die gerne Klassiker lesen, bei denen hinter höflichen Gesprächen ganz viel gesellschaftlicher Druck und Tragik steckt, kann Effi Briest wirklich spannend sein. Kein neues Lieblingsbuch für mich, aber definitiv eine Geschichte, die im Kopf bleibt.























































