Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde hat mich vor allem dadurch beeindruckt, wie geschickt es verschiedene Themen miteinander verwebt. Auf den ersten Blick ist es ein Roman über Bienen, Umweltzerstörung und Nachhaltigkeit. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher wird, dass es genauso sehr um Menschen geht: um Hoffnungen, Ängste, Beziehungen, Verlust und die Frage, welchen Platz wir in der Welt einnehmen. Besonders gefallen hat mir, wie die verschiedenen Handlungsstränge miteinander verwoben sind. Die Figuren leben in unterschiedlichen Zeiten und unter völlig verschiedenen Bedingungen, und dennoch sind ihre Geschichten auf eine schöne und manchmal überraschende Weise miteinander verbunden. Dadurch entsteht das Gefühl, Teil eines größeren Ganzen zu sein – einer Geschichte, die Generationen überspannt. Dabei musste ich immer wieder an Der Wolkenatlas denken. Natürlich erzählen die beiden Bücher sehr unterschiedliche Geschichten, doch beide haben diese besondere Fähigkeit, Menschen über Zeit und Raum hinweg miteinander zu verbinden. Sie zeigen, dass unsere Entscheidungen und Handlungen oft weitreichendere Folgen haben, als wir zunächst ahnen. Interessant fand ich auch, dass ich einige der Charaktere über weite Strecken gar nicht besonders mochte – und trotzdem immer wissen wollte, wie ihre Geschichten weitergehen. Gerade William und George waren für mich Figuren, mit denen ich anfangs wenig anfangen konnte. Erst durch ihre Entwicklung, ihre Fehler und die Veränderungen, die sie durchmachen, habe ich sie nach und nach schätzen gelernt. Das spricht für die Qualität des Romans: Man muss seine Figuren nicht immer mögen, um von ihnen fasziniert zu sein. Auch die psychischen Belastungen der Figuren spielen eine wichtige Rolle. Die Charaktere kämpfen mit Erwartungen, Rückschlägen, Überforderung und dem Gefühl, den Herausforderungen ihrer Zeit nicht immer gewachsen zu sein. Gerade dadurch wirken sie greifbar und menschlich. Gleichzeitig regt der Roman zum Nachdenken an. Er zeigt eindrücklich, wie eng unser eigenes Schicksal mit dem Zustand der Natur verbunden ist. Dabei verzichtet er weitgehend auf erhobene Zeigefinger und erzählt stattdessen eine Geschichte, die ihre Botschaft durch ihre Figuren und deren Erlebnisse vermittelt. Die Geschichte der Bienen ist ein kluger, berührender und nachdenklicher Roman. Eine Geschichte über Nachhaltigkeit, Familie, Hoffnung und Verantwortung – und darüber, wie eng wir miteinander verbunden sind, selbst wenn uns Jahrzehnte oder Kontinente voneinander trennen. Ein Buch, das mich noch lange beschäftigen wird.
Nachdem ich von dem Nachfolgeband "Die Geschichte des Wassers" schon vor Jahren beeindruckt war, habe ich dieses Buch endlich aus meinem SUB befreit und wurde nicht enttäuscht. Die drei Handlungsstränge auf verschiedenen Zeitebenen waren jeweils interessant zu lesen verdeutlichten gemeinsam auf erschreckende Weise, wie wichtig Bienen für unser Überleben sind und wie wenig wir darauf achten, sie zu erhalten. Gerade der Handlungsstrang in der Zukunft war beklemmend. Ich bin schon sehr gespannt auf den nächsten Band.
Leseprojekt 2026: 26x Europa - Land 16: Norwegen Im Rahmen meines Europaprojekts hole ich endlich diesen Bestseller von Maja Lunde nach! Wie der Titel schon verrät, geht es um Bienen, und zwar wirklich um deren Geschichte: Lunde nimmt uns in 3 Zeitebenen und 3 verschiedene Länder mit. So geht es zusammen mit dem englischen Forscher William ins Jahr 1852, mit dem amerikanischen Imker George ins Jahr 2007 und mit der chinesischen Bestäuberin Tao in die nahe Zukunft, nämlich ins Jahr 2089, wenn Bienen ausgestorben sind und die Menschen die Bäume bestäuben müssen. Lunde hat einen angenehmen, leicht zu lesenden Stil. Zudem gelingt es ihr, trotz der kurzen Kapitel und der regelmäßigen Perspektivwechsel stets Spannung aufzubauen. Ich habe mit allen drei Figuren mitgefiebert. Dadurch wird der Roman zum Pageturner, und zwar durchgängig bis zum Schluss! [Im Rahmen meines Europaprojekts 2026 habe ich bisher Texte aus folgenden Ländern gelesen; in alphabetischer Reihenfolge: Albanien, Belgien, Bosnien, Deutschland, Italien, Island, Irland, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechien.]

„Doch Bienen kann man nicht zähmen. Man kann sie nur pflegen, ihnen Fürsorge geben“.
Dieses Buch hat sich wie feiner Blütenstaub auf meinen eigenen Gedanken niederlassen. Lunde spannt ihren Roman über drei Zeiten und drei Leben auf – das England des 19. Jahrhunderts, das Amerika der Gegenwart und ein China der Zukunft. Was auf den ersten Blick wie eine literarische Konstruktion wirkt, entfaltet sich mit jeder Seite mehr zu einem feinmaschigen Gewebe aus Hoffnungen, Versäumnissen, Generationenkonflikten und der Frage, wie viel Zukunft ein Mensch eigentlich verbrauchen darf. Was mich von Anfang an fasziniert hat, war die besondere Art, wie Maja Lunde die jeweilige Zeit erzählt. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen hier nicht nebeneinander wie sauber beschriftete Kapitel eines Geschichtsbuchs. Sie wirken vielmehr wie drei Strömungen desselben Flusses, die sich unter der Oberfläche begegnen und gegenseitig beeinflussen. Die Schicksale von William, George und Tao scheinen zunächst weit voneinander entfernt, doch nach und nach offenbart sich ein unsichtbares Muster, das sie verbindet. Dabei erzählt Lunde nicht nur von Bienen. Sie schreibt über Eltern und Kinder, über Erwartungen, die schwerer wiegen als Worte, über Träume, die weitervererbt werden wie Familienerbstücke, und über die Frage, welche Spuren wir hinterlassen, wenn wir längst verschwunden sind. Die Bienen sind dabei nie bloß Symbolträger. Sie wirken wie ein unsichtbares Nervensystem des Romans. Sobald sie schwächer werden, beginnen auch die Beziehungen der Menschen zu flackern. Nicht, weil die Autorin eine einfache Gleichung aufstellt, sondern weil sie versteht, dass jedes Ökosystem – ob Familie oder Natur – von gegenseitiger Abhängigkeit lebt. Besonders berührt hat mich die Figur Tao. Ihre Welt wirkte auf mich wie ein Gemälde, aus dem die Farben herausgewaschen wurden. Menschen klettern auf Bäume, um mit Pinseln die Arbeit zu verrichten, die einst Milliarden Insekten ganz selbstverständlich erledigten. Dieses Bild hat sich tief in mir eingebrannt. Nicht weil es spektakulär ist, sondern weil es erschreckend plausibel erscheint. Sprachlich hat mich das Buch vor allem durch seine Klarheit überzeugt. Lunde verzichtet auf literarische Eitelkeiten. Ihre Sätze wollen nicht bewundert werden – sie wollen wirken. Und genau deshalb tun sie es. Zwischen den Zeilen entsteht eine stille Melancholie, die nie sentimental wird. Die Autorin vertraut darauf, dass ihre Leserinnen und Leser die Lücken selbst mit Gedanken füllen. Dieses Vertrauen konnte ich spüren. Was dieses Buch für mich zu einem Fünf-Sterne-Erlebnis macht, ist jedoch etwas anderes: Es verändert den Blick auf die Welt, ohne den Zeigefinger zu heben. Nach der Lektüre sieht man eine Biene nicht mehr als Teil der Kulisse. Man betrachtet sie plötzlich wie einen winzigen tragenden Balken eines gewaltigen Hauses. Einen Balken, dessen Bedeutung man erst erkennt, wenn man sich vorstellt, er wäre nicht mehr da. Die Geschichte der Bienen ist kein Roman über Insekten. Es ist ein Roman über die Zerbrechlichkeit dessen, was wir für selbstverständlich halten. Über die unsichtbaren Fäden zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und über die unbequeme Erkenntnis, dass Fortschritt manchmal aussieht wie ein Mensch auf einem Ast, der mit einem Pinsel verzweifelt versucht, eine verlorene Welt zu ersetzen. Besonders beeindruckend fand ich, wie unaufgeregt die Autorin diese großen Themen behandelt. Sie baut keine dramatischen Kulissen auf und sucht nicht nach schnellen Effekten. Stattdessen richtet sie ihren Blick auf das Kleine, auf die scheinbar nebensächlichen Entscheidungen eines einzelnen Menschen. Gerade dadurch entsteht eine bemerkenswerte Kraft. Denn während man liest, wird immer deutlicher, dass die großen Erschütterungen der Welt oft lange bevor sie sichtbar werden ihren Anfang nehmen – in alltäglichen Momenten, die zunächst kaum Bedeutung zu haben scheinen. Dieses Buch hat mich nicht nur unterhalten. Es hat sich in meinem Denken eingenistet wie ein Schwarm unter einem Dachfirst – unaufdringlich, lebendig und voller Bedeutung. Ein außergewöhnlicher Roman, dessen wahre Stärke nicht in seinem Ende liegt, sondern darin, dass er im Lesenden weiterarbeitet. Wie ein Echo. Oder eben wie das ferne Summen einer Biene an einem Sommertag, das man erst vermisst, wenn es verstummt. ♡♡♡ "Doch dann geschah etwas. Ich spürte ein Kitzeln an meiner Wade, ein hastiges Flügelzucken und kurz darauf einen stechenden Schmerz. Ich machte einen Satz, und ein heller, weibischer Schrei entfuhr mir. Zum Glück hörte mich niemand. Meine Hand schnellte instinktiv zum Bein, um den Plagegeist zu töten. Ich schüttelte mein Hosenbein. Die Biene fiel heraus und blieb auf dem Rücken liegen, mit ihrem pelzigen Körper und ihrem glänzenden Hinterteil, die dünnen Insektenbeinchen hilflos gespreizt. Mein Bein brannte höllisch. Dass etwas so Kleines einen so heftigen Schmerz hervorrufen konnte. Ich wollte sie zertrampeln, zermalmen, obwohl sie schon tot war. Doch ein kurzer Blick in Richtung des Stocks, zu all ihren Schwestern, hielt mich davon ab. Man konnte schließlich nie wissen."

klimadystopie starter pack
📚 3,5/5 Sterne Die Geschichte der Bienen – Maja Lunde Wie würde unsere Welt aussehen, wenn etwas verschwindet, das wir für selbstverständlich halten? In Die Geschichte der Bienen erzählt Maja Lunde in drei miteinander verwobenen Zeitsträngen: aus der Vergangenheit, der Gegenwart und einer möglichen Zukunft. Im Zentrum stehen dabei nicht nur Bienen, sondern die großen Fragen dahinter: Klimawandel, Biodiversitätsverlust, das fragile ökologische Gleichgewicht und die Abhängigkeit des Menschen von Systemen, die oft unsichtbar wirken, bis sie bedroht sind. Ich fand die Grundidee des Buches unglaublich spannend und wichtig. Gerade die Verbindung von persönlicher Geschichte und globaler Krise hat viel Potenzial – und die Themen sind aktueller denn je. Trotzdem hat mich das Buch nicht ganz so gepackt, wie ich es erwartet hatte. Die drei Perspektiven waren für mich alle gleichzeitig interessant und irgendwie doch nicht ganz greifbar. Nicht langweilig, überhaupt nicht. Aber ich habe zu keiner der Figuren eine richtig enge Beziehung aufgebaut. Am ehesten noch zum historischen Erzählstrang. Vielleicht auch, weil mich der biologische Blick auf die Welt persönlich am meisten angesprochen hat. Der Zukunftsstrang war atmosphärisch stark und die Vorstellung beklemmend, aber ich hatte stellenweise das Gefühl, viele Motive aus Klima-Dystopien bereits zu kennen. Der Gegenwartsstrang hat mich emotional am wenigsten erreicht, vermutlich, weil ich mit den Figuren nicht richtig warm geworden bin. Und ich glaube, mein größter Knackpunkt war letztlich meine Erwartung: Ich bin mit dem Gedanken hineingegangen, dass Klima, Insektensterben und ökologische Zusammenhänge sehr früh im Zentrum stehen würden. Stattdessen nimmt sich das Buch zunächst viel Zeit für die Figuren und ihre Lebenswelten, wodurch die eigentlichen Themen für mich erst im mittleren bis späten Verlauf wirklich an Fahrt aufgenommen haben. Ein Buch, das ich inhaltlich sehr schätze und dessen Anliegen ich wichtig finde das mich aber emotional weniger erreicht hat, als ich gehofft hatte. ⭐ 3,5/5 Habt ihr es gelesen – und wart ihr stärker in den Figuren drin als ich?
Interessante und wichtige Geschichte
Ich fand das Buch super interessant. Man lernt viel über Bienen, die Imkerei und alles, was dazugehört. Besonders spannend fand ich, dass die drei Geschichten in verschiedenen Zeiten spielen. Sie waren sehr gut erzählt, sodass man richtig mit den Figuren mitfühlt.“
Ein Buch was jeder gelesen haben sollte!
Dieses Buch war anders als die Bücher welche ich in letzter Zeit gelesen habe. Ein Thema aus der harten Realität unserer Zeit und welches uns alle betrifft. Der Sog entsteht aus der Betroffenheit. Besonders faszinierte mich der Weg in dem am Ende jeder Geschichtenstrang miteinander verwoben war. Toll geschrieben aber kein leichtes Buch für zwischendurch!
Für alle, die gern Geschichten lesen, in denen sich Personen und Zeiten miteinander verknüpfen
Drei Geschichten aus unterschiedlichen Zeiten und Ländern, die im Wechsel erzählt werden und sich am Ende klar miteinander verbinden – genau die Art von Aufbau, die ich sehr mag. Die Verknüpfung der Handlungsstränge ist gelungen und sorgt dafür, dass man dranbleibt. Die Figur George hat mich allerdings weniger erreicht als die anderen. Am Ende bleibt vor allem das Thema Bienen hängen: ihre Bedeutung, ihre Gefährdung und wie eng ihr Schicksal mit unserem verbunden ist – und ein gutes Gefühl dabei, dass mein Garten nicht vernachlässigt wird, sondern einfach nur bienenfreundlich ist. 🐝
Erschreckend realistisch.
Ein wahnsinnig gutes Buch. Die Aufteilung der drei Geschichten, die im Endeffekt alle auf einander aufbauen, ist super gut geschrieben. Es ist erschreckend wie unglaublich realistisch es ist und uns genauso widerfahren kann. Unglaublich empfehlenswert.
Wichtiges Thema mit gutem Schreibstil rübergebracht! Die verschiedenen povs waren sehr spannend, hätte mir von der einen aber mehr gewünscht
Sehr interessantes und zwischendurch auch bedrückendes Buch, das über drei Jahrhunderte die Geschichte des Bienensterbens und seiner Auswirkungen erzählt. In Anbetracht der Klimakrise auf jeden Fall ein wichtiges Buch, das veranschaulicht, was wahrscheinlich auf uns zukommt. Mit den beiden männlichen Perspektiven konnte ich persönlich nicht so viel anfangen, in diesen Handlungssträngen fand ich die Nebenfiguren deutlich interessanter, ich bin es einfach mittlerweile etwas leid, Geschichten über verletzte Männeregos und Misogynie zu hören, aber im Zusammenspiel mit allen drei Perspektiven war es dann schon okay. Sehr schön übersetzt von Ursel Allenstein und gut gelesen von Bibiana Beglau, Markus Fennert und Thomas M. Meinhart
Die Geschichte der Bienen von Maja Lunde behandelt in verschiedenen Zeitebenen die wichtige Frage, wie stark unser Leben von dem der Bienen abhängt. Den thematischen Hintergrund fand ich sehr spannend und wichtig, da er auf Umweltprobleme aufmerksam macht. Allerdings fiel mir das Lesen teilweise schwer, weil die Geschichte oft sehr ernst und bedrückend wirkt. Besonders die Zukunftsdarstellung hat mir eher Angst gemacht als Hoffnung gegeben, weshalb mir der Zugang zum Buch nicht leichtfiel.

Mich hat das Buch leider nicht ganz so überzeugt. Ich fand 2 von 3 Geschichten interessant aber das wechselte auch immer im Verlauf. Trotzdem war es interessant so viele Fakten über Bienen zu lernen und auch mal wieder was anderes. Habe das Buch auch teilweise gehört, was ich auch empfehlen kann.
Geistreicher Roman zu einem hochaktuellen Thema
Ich bin durch dieses Buch nur so durchgeflogen, nicht nur, weil die Geschichte sehr interessant ist, auch weil mir der Aufbau und der Schreibstil sehr gut gefallen hat. Maja Lunde beleuchtet drei unterschiedliche Familien jeweils in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und man ist die ganze Zeit gespannt, wie diese Geschichten schlussendlich zusammen hängen. Die Inhalte sind gut recherchiert und auch die gesellschaftskritische Perspektive der jeweiligen Zeit wird aufgegriffen.
4 ⭐️; drei ganz verschiedene Geschichten mit und über Bienen, die sich ineinander verweben. Die Qualität der drei Erzählstränge fand ich unterschiedlich, jedoch in Summe ein durchdachtes, gut geschriebenes Buch.
Gutes Buch!
Lesenswert, informativ, gut weg zu lesen. Als Highlight würde ich es jedoch nicht bezeichnen, dafür sind mir Dir Charaktere nicht tiefgründig genug.
⭐️⭐️⭐️⭐️✨ 4,5 Sterne In Die Geschichte der Bienen musste ich mich zuerst etwas einfinden – die drei Erzählstränge haben mich am Anfang kurz ausgebremst. Aber sobald der Knoten geplatzt war, hat mich das Buch komplett gepackt. Gerade als jemand mit ein bisschen Erfahrung in der Hobby-Imkerei haben mich viele Details und die Stimmung rund um die Bienen besonders berührt. Die Bedeutung der Bienen für unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird hier unglaublich eindrucksvoll erzählt. Ein Satz, der mir im Kopf geblieben ist: „Die Bienen leben nicht für sich selbst. Sie leben füreinander.“ Ein ruhiger, nachwirkender Roman, der einen auf eine leise Art verändert.

Die Geschichte der Bienen
Die Geschichte der Bienen erzählt drei voneinander getrennte, aber thematisch eng verbundene Lebensgeschichten, die zeigen, wie stark unser Alltag und unsere Zukunft mit der Natur verknüpft sind. Jede Perspektive beleuchtet ein anderes Jahrhundert und einen anderen Umgang mit Verantwortung, Familie und den Herausforderungen der Zeit. Ein leiser, eindringlicher Roman, der weniger durch Handlung als durch Atmosphäre wirkt. Wer nach einem Buch sucht, das berührt, entschleunigt und gleichzeitig zum Nachdenken über Mensch und Natur anregt, findet hier genau das Richtige.

Ich habe wirklich sehr lange an diesem Buch gelesen – deutlich länger, als ich gedacht hätte. 🙈 Ich weiß noch, dass „Die Geschichte der Bienen“ nach seiner Erscheinung stark weiterempfohlen wurde; als ich es dann im Bücherregal meiner Mama entdeckt habe, war klar: Das muss ich irgendwann lesen! Der Klappentext hat mich sofort gepackt und auch die Idee, dass der Roman mit dieser Thematik auf drei Zeitebenen spielt, fand ich total spannend. 🌍🐝 Kurz zum Inhalt: Maja Lunde erzählt drei Geschichten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben – die des Biologen William im 19. Jahrhundert, des Imkers George in der Gegenwart und der chinesischen Arbeiterin Tao in einer zukünftigen Welt, in der es keine Bienen mehr gibt. Erst am Ende wird deutlich, wie alles zusammenhängt – und welche zentrale Rolle die Bienen für unser Ökosystem spielen. 😮💨 Das Thema an sich finde ich unglaublich wichtig und berührend – das Bienensterben und seine Folgen sind etwas, das uns alle betrifft. 🌱 Aber leider hat sich das Buch für mich über weite Strecken sehr gezogen. Besonders die Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart wirkten auf mich langatmig und teilweise wiederholend. Ich musste mich echt oft zwingen, weiterzulesen (und ich habe zwischendurch sogar überlegt, abzubrechen 🫣). Nur die Zukunftsgeschichte um Tao konnte mich von Anfang an richtig fesseln – diese war bedrückend und gleichzeitig faszinierend. Gegen Ende nimmt der Roman dann auch wirklich Fahrt auf und da hat mir das Buch plötzlich richtig gut gefallen. ✨ Die 3 Sterne gibt es für das Thema, die Zukunftsgeschichte und das gelungene Finale. Ich hätte mir einfach etwas mehr Spannung und Emotionalität über den ganzen Verlauf hinweg gewünscht. 📖 Den zweiten Teil, „Die Geschichte des Wassers“, habe ich schon hier stehen – ich bin gespannt, ob mich der mehr überzeugen kann. 💧
Anfangs etwas schwer reinzukommen aber dann umso spannender. Vorallem wie die 3 Geschichten zusammenhängen. Gerade als Hobbyimker ein wundervoller Roman!

Zeitlos aktuell – Ein Buch zum Schwärmen.
„Die Geschichte der Bienen“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Schon beim ersten Lesen hat mich die Geschichte sofort fasziniert. Die Erzählweise verwebt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spannend miteinander. Auch heute erscheint mir das Buch noch relevanter, weil das Thema nichts an Dringlichkeit verloren hat. Besonders berührt hat mich die Geschichte des kleinen Jungen. Ein Buch, das wirklich jeder einmal gelesen haben sollte.
Langatmig aber regt zum Nachdenken an
Die Geschichte ist aus drei Sichtweisen und Zeitebenen geschrieben. Natürlich hat alles mit Bienen zu tun. Allerdings dauert es aufgrund der relativ raschen Perspektivenwechsel bis man in die Geschichte reinkommt. Die Handlung ist auch eher ruhig. Eine Ausnahme ist wohl die Suche von Tao. Mit ihr habe ich auch am meisten mitgefiebert. Die Verbindung ganz am Ende habe ich verstanden, aber irgendwie war es trotzdem für mich zu wenig rund. Mir haben Infos zu den anderen Erzählsträngen gefehlt. Es regt aber definitiv zum Nachdenken an und es beschäftigt mich (CCD habe ich sofort gegoogelt). Das ist auch der Grund warum ich die Reihe des Klimaquartetts weiterlesen werde.
Nachdenklich machende Geschichten dreier Familien in unterschiedlichen Epochen. Natur im Zusammenhang mit Allem oder Alles im Zusammenhang mit der Natur. Dass die Autorin ausgerechnet Maja heisst lässt mich schmunzeln.
Unglaublich langweilig
Wenn ich mich nicht grundsätzlich bemühen würde zu lesen was wir im Lesekreis beschließen, hätte ich dieses Buch nach dreißig Seiten abgebrochen. Es ist unglaublich banal, voll mit frauenverachtenden Formulierungen. Das zu lesen ist eine Qual.

Mehr erwartet, etwas enttäuscht
Ich bin leider etwas enttäuscht. Voller Motivation dieses Buch noch als letzte Sommer-Lektüre zu genießen, startete ich in das Buch. In die 3 Erzählperspektiven kam ich schnell rein. Schade war, dass diese Stränge lange für sich alleine stehen und grade die Story in England gefühlt keinen Mehrwert hat. Ich hätte mir eine stärkere Verknüpfung und einen besseren Aufbau gewünscht. Außerdem werden in der Mitte des Buches auf einmal sehr obszöne Szenen über Ameisen und Käfer geschrieben, über die ich immer noch nicht weg bin... Ich bin trotzdem schnell durch das Buch gekommen und war grundsätzlich auch interessiert. Hoffentlich gefällt mir der zweite Teil des Quartetts besser 🙌🏻
Ich konnte das Buch kaum weglegen. Bei allen drei Protagonisten (insbesondere bei Tao) konnte ich mitfühlen. Ich finde Maja Lunde hat den Grat zwischen Fakten und Fiktion sehr gut getroffen und in einem simplen Stil wiedergegeben. Empfehlenswert.
Ein kleines Highlight.
Ich hatte das Buch schon seit Jahren auf der Wunschliste. Genauer gesagt seitdem ich den Kapitel 1 Poscast dazu gehört habe und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte folgt 3 Erzählern auf 3 Zeitebenen. Einem Forscher und Saatguthändler 1908 (glaube ich), einem Bienenzüchter 2007 und einer chinesischen Arbeiterin in der Zukunft. Alle drei Geschichten sind interessant und spannend erzählt, durchgehend. Ich mochte den Schreibstil und die Dynamik und auch wenn ich die Charaktere nicht durchgehend sympathisch fand, haben sie immer nachvollziehbar gehandelt und ich wollte ihren Geschichten weiter folgen. Und die Autorin hat es geschafft ein wichtiges Umweltthema, hier die Wichtigkeit der Bienen und anderer Bestäuber für unser Ökosystem, nicht belehrend, sondern zum Nachdenken anregend zu behandeln. Ich mochte das Buch sehr gerne und kann es nur empfehlen.
Ein lesenswertes Buch über die Herrschaft des Menschen über Natur und Tier und welche Auswirkungen das für die gesamte Menschheit haben kann. Was passiert mit der Natur, wenn durch die Überzüchtung der Biene durch den Menschen, die Bienen aussterben? Ist ein Leben dann noch möglich? Das Buch spielt in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und gibt einen guten Einblick darüber, was bereits aktuell ist: der Eingriff des Menschen in die Natur und dessen Auswirkungen im Klima.
Wider Erwarten war das Buch leider eine schwere Geburt für mich. Dass man permanent aus 3 Perspektiven liest hat mich komplett verwirrt und meinen Lesefluss unterbrochen, das Reinkommen sehr schwer gemacht. Ich bin tatsächlich auch nicht richtig reingekommen, habe nur weitergelesen weil mir der Schreibstil gefiel. Ansonsten ist auf den ersten 100 Seiten nichts bedeutsames passiert, es war anstrengend immer wieder die Perspektive zu wechseln nach jedem Kapitel und sich daran zu erinnern "was war da nochmal? Wer ist nochmal wer?" Also für mich war es zu verwirrend leider.
Ein Augenöffner, der einen lange beschäftigt
3 Familien - 3 unterschiedliche Zeiten und ein gemeinsames Thema: Bienen. Die Bedeutung dieser kleinen, summenden Wunder auf den Punkt gebracht.
Ein okay für mich
das Werk von Maja Lunde ist eine schöne Geschichte über Bienen. Mir hat allerdings etwas Tiefe gefehlt. Ab und an war es mir auch zu langatmig. Die verschiedenen Stories fand ich eigentlich spannend, es hat allerdings den Redefluss auch ziemlich behindert.
Warnung für: Selbstmordgedanken, Sexismus, Alkoholmissbrauch, ungewöhnliche sexuelle Neigungen, Hungersnot, Mord, Hungerstod, sterben alter Menschen durch nicht Pflege. In dieser Geschichte haben wir 3 Perspektiven, 2 davon Männer. Und oh mein gott konnten die über alles jammern. Nur am klagen. Die einzige wo ich wirklich das Gefühl hatte, dass sie stark war, war Tao. Zuerst William in Jahre 1852. Hat eine Midlifecrisis und verlässt das Bett nicht, weil sein Lehrer ihm gesagt hat wie blöd er ist keine weitere Forschung betrieben zu haben. Er rafft sich auf, erforscht weiter Bienen und will einen neuen Bienenstock bauen. Dabei tut er viel was sein Sohn, der sich als Trunkenbold heraus stellt, damit dieser seine Arbeit fort führt und übersieht bis kurz vor Ende den Beitrag, den einer seiner Töchter mit ihm zusammen macht. Das er dann nur kurz zugab, dass er ihr gegenüber hätte mehr sein sollen, war mir eindeutig zu wenig. Zudem war William sexistisch wie sonst was: beschreibt seine Frau als trocken unten und nass oben, kriegt nen steifen als kind als er ameisen beobachtet, muss bei frauen sofort die geschlechtsmerkmale finden. Der Kerl hat echt Probleme. Dann haben wir George im Jahre 2007. Hat probleme, dass sein Sohn Journalist werden will statt seinen Bienen weiter zu führen. Ist übrigens Nachfahre von Williams Tochter (wenigstens was nettes). Kann nichts kommunizieren, kann keine Emotionen ausdrücken, hat dann Selbstmordgedanken und bricht zusammen als seine Kolonie zusammen brechen (colony colase syndrome). Nur ganz zum Schluss scheint es, als würde durch sein Sohn die ganze Sache mehr bekannt gemacht werden. Dann haben wir Tao im Jahre 2098. Bestäuben Bäume per Hand da es schon lange keine Insekten mehr gibt. Hat einen freien Tag mit Mann und Sohn, Sohn bekommt keine Luft mehr und wird ins Krankenhaus gebracht. Keine weiteren Informationen kommen. Sie untersucht erst die neue Umzäunung des Waldes, macht sich dann auf nach Peking. Dort entdeckt sie viel Grausamkeit, Hunger, und das alte Menschen einfach zum sterben gelassen werden, da nicht mehr genug für alle da ist. Schließlich findet der Staat sie, bringt sie zu ihrem Jungen - tod durch Allergieschock durch den Stich einer Biene. Diese Vermutung hatte sie auch, hat in der Bib vieles nachgelesen, zb das Buch der blinde Imker, was der Sohn von George geschrieben hat. Sie tritt als neues Gesicht für die Hoffnung auf, da durch Bienen wieder mehr Nahrung kommen kann. Aber dieser Teil der Hoffnung war viel zu kurz und kaum zu bemerken. Ich quälte mich durch dieses Buch, weil ich den Aspekt der Bienen und die unterschiedlichen Zeiten interessant fand, aber am Ende ging es nur um Männer, die jammern und ihr Erbe nicht dem Sohne vermachen können. Die Frau hat Dinge in die Hand genommen, wobei sie auch Fehler machte und bedenken hatte, aber sie hat trotz allem vorher mit ihrem Mann geredet. Sie hat auch mit der Chefin dann geredet um die Bienen dann nicht wieder zu züchten, sondern ihnen freie Bahn zu geben und die Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Sie war das einzig gute an dem Buch. Ganz zu schweigen fand ich es sehr nervig, dass in dem E-Book zum Schluss circa 50 Seiten von ihrem neuen Buch waren - da fühlt man sich hintergangen. Kann das Buch also nicht empfehlen.
Ein Buch das zweifelsohne viele spannende und wichtige Denkanstöße zu unserem Umgang mit der Natur liefert, aber leider nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat.
Eigentlich werden hier drei Geschichten erzählt, die durch das gemeinsame Motiv der Bienen lose miteinander verbunden werden. In England im Jahr 1852 kämpft der Samenhändler William gegen seine Melancholie und entwickelt dabei eine Leidenschaft für die Bienen. In den USA im Jahr 2007 begleiten wir den Imker George und in China im Jahr 2098 arbeitet Tao als Bestäuberin, weil es keine Bienen mehr gibt. Doch was ist passiert? Die Geschichten entfalten sich langsam, die Handlung ist reduziert, aber man erfährt viel über die Gedanken und Gefühle der Protagonist:innen. Leider bin ich mit William und George trotzdem nie ganz warm geworden. Da war das dystopische Szenario einer Welt ohne Bienen für mich um einiges interessanter, doch leider blieb mir vieles zu vage und ich hätte mir mehr Platz für Taos Geschichte gewünscht. Das langsame Erzähltempo und der beschreibende Stil hat mir beim Hören zwar gut gefallen, aber beim Lesen hätte ich es wahrscheinlich als langatmig empfunden ...
The book deals with three different main characters and their lives - utilizing historical fiction and futuristic dystopia to tackle the importance of bees and the detriment of their declining population. The set-up of speculative fiction exploring a world without bees hooked me to read this book, but apart from the setting there's really not a lot of focus on the bees. You're following the different characters and mainly watch them destroy their marriages and burn bridges with their children. I was waiting for a climax or an overarching purpose tying the three characters or the catastrophe together, but it's really just a slice-of-life novel with a rushed relevation at the last 10 pages.
The book deals with three different main characters and their lives - utilizing historical fiction and futuristic dystopia to tackle the importance of bees and the detriment of their declining population. The set-up of speculative fiction exploring a world without bees hooked me to read this book, but apart from the setting there's really not a lot of focus on the bees. You're following the different characters and mainly watch them destroy their marriages and burn bridges with their children. I was waiting for a climax or an overarching purpose tying the three characters or the catastrophe together, but it's really just a slice-of-life novel with a rushed relevation at the last 10 pages.
Irgendwie hängt alles zusammen.
Drei Perspektiven in der Geschichte der Bienen. Im Roman wird klar, dass das Sterben der Bienen ein Teil des grossen Problems ist und wie wichtig jedes noch so kleine Rädchen ist. Sehr eindringlich und wichtig.
Actually it's a 2,5⭐. I gave the stars for the importance of the topic for the current time and it's research basis. I also give the stars for Tao's story. It was catchy and I wanted to know how it continued. What I didn't like about the book were the stories of William and George. I didn't like both of them because of their grumpiness, their lacking ability to communicate. Their closed character drove me mad sometimes and actually made me want to shake them and talk openly to their partners and kids. I am still too hopeful that the picture that is drawn of the future is too pessimistic and drastic. I hope we won't end up in a situation like that. Unfortunately, overall I don't recommend reading the book.
Absolute Empfehlung
Dieser Roman hat mich nachdenklich zurück gelassen. Man kommt sehr gut in die Geschichte rein, auch wenn drei Handlungsstränge aufgemacht werden. Alle männlichen Charaktere haben etwas unsymmetrisches und behalten es auch bis zum Ende bei. Aber das Grundthema fordert zum Nachdenken auf und wieder einmal wird einem bewusst, wie sehr alles zusammen hängt und wir nur ein kleiner Teil im System sind.
Bienen, faszinierende Tiere
Bienen , eine von vielen unterschätzte Spezies! Maja Lunde versteht es meisterhaft, uns viel Wissenswertes über diese faszinierenden Tiere zu vermitteln. Toll, wie sich die 3 Erzählstränge am Ende verbanden. Ein Buch , das einen nachdenklich zurück lässt . Und Honig werde ich in Zukunft ganz anders genießen. Und wieder eine norwegische Schriftstellerin, deren Schreibstil mir sehr gut gefallen hat.
Zu dem Buch möchte ich meine Rezension bisschen anders angehen als sonst und rutsche auch bisschen in Analyse ab. Auf der einen Seite gibt das Buch viel nachzudenken. Nicht nur über Bienen und das Ungleichgewicht von Natur und Mensch. Es geht auch viel um patriarchale Muster in verschiedenen Zeitebenen. Auf der anderen Seite hab ich durch den Schreibstil etwas meine Probleme gehabt beim lesen und hören. Zusätzlich sind vor allem die männlichen Charaktere sehr unsympathisch.
Maja Lundes Roman „Die Geschichte der Bienen“ entfaltet sich auf drei Zeitebenen – Vergangenheit (1852), Gegenwart (2007) und Zukunft (2098) – und verbindet diese durch das zentrale Motiv der Biene als Symbol für das fragile Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur. Gleichzeitig verhandelt der Roman auf allen Ebenen auch soziale Strukturen, insbesondere patriarchale Muster, die das Denken, Handeln und die Beziehungen der Figuren prägen. Die männlichen Charaktere erscheinen oft unsympathisch – ihre Dominanz, ihr Ego oder ihr Unverständnis stehen häufig im Kontrast zu den sensibleren, zukunftsorientierten oder übergangenen weiblichen Figuren. • William (1852, England) ist ganz Kind seiner Zeit: Er hält Bildung und wissenschaftliches Denken für ausschließlich männlich, idealisiert seinen desinteressierten Sohn und ignoriert die Talente seiner Tochter Charlotte – obwohl sie die eigentliche Trägerin seines intellektuellen Erbes wäre. Erst spät erkennt er das – halbherzig. Seine Hoffnung und sein Stolz ruhen auf seinem Sohn Edmund, obwohl dieser desinteressiert, passiv und wenig begabt ist. → William wirkt egozentrisch, schwankend, und letztlich feige. Seine Fixierung auf den „richtigen“ männlichen Nachfolger macht ihn blind. • George (2007, USA) verkörpert einen autoritären Vater alter Schule: Er definiert Männlichkeit über harte Arbeit und Besitz. Dass sein Sohn Tom eigene Wege gehen will, verletzt ihn zutiefst – nicht nur als Vater, sondern auch als „Patriarch“. → George wirkt verbittert, engstirnig, unfähig zur Empathie. Er hat sein Leben den Bienen und der Landwirtschaft gewidmet und möchte, dass sein Sohn den Betrieb weiterführt. Sein Verhalten ist geprägt von Kontrollverlust und sturem Festhalten an überholten Rollenbildern. • Tao (2098, China) scheint auf den ersten Blick eine starke, weibliche Hauptfigur zu sein – doch sie lebt in einem totalitär durchorganisierten System, das auch weibliche Selbstbestimmung unterdrückt. Ihre Rolle als Mutter definiert sich über Selbstaufgabe, aber nicht über echte Entscheidungsmacht. → Auch in dieser Zukunftsvision lebt das Patriarchat fort – nicht mehr in der Familie, sondern als staatliche Struktur. Kontrolle ersetzt Fürsorge. Die Bienen sind in diesem Roman weit mehr als nur ein ökologisches Thema – sie stehen symbolisch für: • Natürliches Gleichgewicht, das durch menschliches Eingreifen bedroht wird. • Zusammenarbeit und Gemeinschaft, im Gegensatz zum menschlichen Streben nach Macht, Besitz und Fortschritt um jeden Preis. • Verlust und Zerbrechlichkeit, denn ihr Verschwinden kündigt den Zusammenbruch ökologischer Systeme an. Jede Zeitebene zeigt einen anderen Umgang mit den Bienen: • William steht für die frühe Neugier und den Wunsch, die Natur zu verstehen – doch auch hier schon mit dem Wunsch, sie zu kontrollieren (durch technische Innovationen). • George repräsentiert das moderne, industrielle Bienenhalten – geprägt von Monokulturen, Pestiziden und Ausbeutung der Tiere, die schließlich zum massiven Bienensterben führt. • In Taos Welt sind die Bienen bereits ausgestorben. Der Mensch muss die Bestäubung mühsam von Hand übernehmen – ein dystopisches Bild, das deutlich macht, wie sehr wir von der Natur abhängen. → Die Biene ist somit ein Mahnmal: Wenn wir weiter in patriarchaler Manier Natur und Gesellschaft dominieren, wird das System kippen – ökologisch wie sozial. Ein auffälliges Stilmittel Lundes ist die Darstellung der männlichen Hauptfiguren als gebrochen, eigensinnig, oft selbstgerecht – und letztlich scheiternd: • William flüchtet sich in Selbstmitleid und ignoriert die Lebensrealität seiner Familie. • George wird durch seine Starrheit und emotionale Kälte fast zur tragischen Figur – seine Familie entfremdet sich, seine Lebensgrundlage zerbricht. • Auch die abwesenden oder gesichtslosen Männer in Taos Welt (Behörden, Funktionäre) stehen für Macht ohne Mitgefühl. Demgegenüber stehen weibliche Figuren, die zuhören, beobachten, verbinden: • Charlotte als stille, kluge Tochter. • Emma (Georges Frau) als ausgleichende, aber übergangene Partnerin. • Tao als kämpfende Mutter, die sich nicht beugt, sondern sucht, hinterfragt, liebt. → Lunde bricht bewusst mit der klassischen Idee des „starken Mannes“ – ihre männlichen Figuren sind verletzlich, engstirnig, machtfixiert oder von Ängsten getrieben. Damit macht sie nicht nur patriarchale Strukturen sichtbar, sondern auch ihre Folgen: emotionale Kälte, Verlust, Isolation. „Die Geschichte der Bienen“ zeigt: Nicht nur unser Verhältnis zur Natur muss sich ändern – auch unser Umgang miteinander. Vor allem der mit Macht. Ein leiser, vielschichtiger Roman, der ökologische Krise und patriarchale Strukturen eindrucksvoll miteinander verwebt. Lundes Sprache ist anspruchsvoll und verlangt Geduld – aber wer sich darauf einlässt, wird mit Tiefe, Nachhall und kritischem Blick belohnt.
3.5 ⭐️⭐️⭐️✨
Die Erzählung der Geschichte in drei Zeitlinien und an drei verschiedenen Orten macht das Buch so interessant, ich wollte eigentlich ständig weiterlesen, obwohl keine starke Spannung aufgebaut wird. Zwischendurch ist es schon etwas deprimierend, aber Ende bekommt man doch etwas Hoffnung.
Ein gutes Buch mit Luft nach oben.
Ich bin leider nicht richtig in die Geschichte rein gekommen. Vor allem die Geschichten von William und Georg sind für mich immer wieder verschwommen. Jedes Mal musste ich nachschauen wem welche Geschichte gehört. Für mich hätten diese beiden Charaktere noch mehr Tiefe gebraucht, um sie greifbar zu machen. Die Geschichte von Charlotte hatte für mich sehr viel mehr Reiz, ich habe immer wieder gehofft, dass sie mehr Raum in der Geschichte erhält. Taos Anteile war für mich am stärksten und spannendsten und trotzdem hat mich nichts überrascht. Alles in allem war es ein gut recherchiertes Buch mit einer tollen Idee. Die Umsetzung konnte mich aber letztendlich nicht komplett begeistern.
Maja Lunde beschreibt in ihrem Roman "Die Geschichte der Bienen" drei Zeitepochen rund um die Bienen. Eines spielt im Jahre 1852 in England und handelt von den Anfängen und die bereits damalige Wichtigkeit der Bienen. Die zweite Epoche spielt im Jahre 2007 in der USA, also auch hoch aktuell. An dieser Stelle werden die ersten Konsequenzen deutlich, die ein Leben ohne Bienen haben könnte. Die letzte und für mich interessanteste Epoche spielt in der Zukunkt, im Jahre 2098 in China. Sie macht deutlich, wie schrecklich eine Welt ohne Bienen sein könnte. Alle drei Geschichten bauen perfekt aufeinander auf. Die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gelingt Maja Lunde super gut! Mein Interesse an Bienen und der Imkerei haben mich dazu bewegt, dieses Buch zu lesen und ich habe es nicht bereut. Die Dringlichkeit/Notwendigkeit der Bienen wird in dem Buch besonders deutlich, auch wenn einige andere Leser*innen nicht der Meinung sind. Auch muss ich sagen, dass der Roman mit jeder Seite immer spannender und bewegender wurde, weshalb ich auch 5 Sterne geben muss. Mich persönlich hat dieses Thema und dieser Roman gepackt. Ich denke noch oft an diesen Roman, spätestens immer dann, wenn ich einer Biene über den Weg laufe :)
Ich hatte höhere Erwartungen, trotzdem hallt es im Kopf nach!
Man konnte sich sehr gut in allen Zeiten einfinden. Teilweise fand ich es etwas langatmig, besonders das mittlere Zeitfenster. Alles in allem war es mir zuwenig Gefühl und der tiefere Bezug zur Biene fehlte etwas. Die Zukunft war realistisch, nüchtern und zum Teil erschütternd dargestellt. Für ein weiteres Buch des Quartetts braucht es etwas zeitlichen Abstand.
"Die Geschichte der Bienen" ist ein starkes, aufrüttelndes Buch, das lange nachhallt. Es sensibilisiert für ökologische Zusammenhänge, ohne belehrend zu sein, und macht deutlich: Unser Planet ist keine Selbstverständlichkeit. Ein absolut empfehlenswertes Buch – bewegend, klug und wichtig.
"Die Geschichte der Bienen" war mein erstes Buch von Maja Lunde – und es hat mich direkt auf mehreren Ebenen beeindruckt. Ganz zufällig habe ich es in unserem öffentlichen Bücherschrank entdeckt und spontan mitgenommen. Zum Glück! Denn dieses Buch hat mich nicht nur begeistert, sondern auch tief bewegt und wachgerüttelt. Maja Lunde schafft es, mit erschreckender Klarheit aufzuzeigen, wie unsere Welt schon bald aussehen könnte, wenn wir nicht umdenken. Ihre Vision ist beunruhigend realistisch und öffnet einem auf sehr eindringliche Weise die Augen. Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt: Da ist William im Jahr 1852, George im Jahr 2007 und Tao im Jahr 2098. Anfangs ist es noch nicht klar wie diese drei Erzählstränge zusammenhängen, doch mit jeder Seite fügen sich die Puzzleteile mehr und mehr zusammen. Am Ende ergibt sich ein großes, zusammenhängendes Bild, das tief unter die Haut geht. Der Schreibstil von Maja Lunde ist klar, eindringlich und gleichzeitig poetisch. Sie erzählt ruhig, aber mit einer unterschwelligen Dringlichkeit, die einen beim Lesen nicht mehr loslässt. Besonders beeindruckt hat mich, wie sie das Thema Bienen – mit dem ich mich vorher kaum beschäftigt hatte – so fesselnd und informativ aufgegriffen hat. Ich habe viel gelernt und gleichzeitig immer wieder innegehalten, um über unsere Verantwortung gegenüber der Natur nachzudenken. Was zunächst wie eine dystopische Erzählung wirken mag, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als ein durchaus realistisches Szenario. Die Vorstellung einer Welt ohne Bienen, mit massiver Lebensmittelknappheit und ökologischer Katastrophe ist nicht so weit hergeholt, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Fazit: "Die Geschichte der Bienen" ist ein starkes, aufrüttelndes Buch, das lange nachhallt. Es sensibilisiert für ökologische Zusammenhänge, ohne belehrend zu sein, und macht deutlich: Unser Planet ist keine Selbstverständlichkeit. Ein absolut empfehlenswertes Buch – bewegend, klug und wichtig.
I don’t get why everyone’s raving about this book. I had so much issues with getting into it as it was plain boring. Apart from the last 50-100 pages the single story lines had nothing to do with each other. And the constant switch only added to confuse me.
Ist das noch Fiktion?
















































