Bewertung:4★
Meiner Meinung nach der beste Band der Reihe.
Ha, endlich geht es voran! Ja, ehrlich. Das war mein Empfinden, als ich diesen Band las. Er hat mir ziemlich gut gefallen, wenn man meine Meinung bedenkt, die ich den letzten Bänden gegenüber hatte. Vor allem hat mir gefallen, dass in diesem Band Roland und Eddie weniger zum Zuge gekommen sind. Weniger als sonst. Gegen Eddie hab ich eigentlich nichts. Aber ich kann nun sagen, dass ich Roland nicht mag. Ich kann nicht einmal genau beschreiben, woran das liegt. Er ist mir einfach gänzlich unsympathisch. Dauernd wird betont, was für eine lange Reise er schon hinter sich hat und er ja der "Dinh" ist... Bla, bla, bla. Dieses Roland-Gefasel nervt mich. -.- Aber zum Glück heißt dieser Band "Susannah". Ich muss zugeben, bisher mochte ich Susannah nicht wirklich. Aber das lag vermutlich auch daran, dass sie bisher eigentlich nur eine Art Nebenfigur war. Über Roland wusste man einiges und über Eddie und Jake auch. Nur über Susannah wusste man im Vergleich nicht viel. Aber das hat sich hiermit geändert, denn dieser Teil handelt größtenteils von ihr, ihrem anderen Ich Detta und ihrer "Entführerin" Mia und dem Konflikt zwischen ihnen. Und sowas mag ich. King hat dies wirklich gut beschrieben. Diese Auseinandersetzungen zwischen Mia und Susannah. Und zwar so gut, dass ich die Stellen mit Eddie und Roland und dem Rest des "Ka-Tets" fast stinklangweilig fand. Vor allem Susannahs Visualisierungstechnik - ihr eigener persönlicher "Dogan" - hat mir persönlich sehr gut gefallen. So gut, dass ich das erste Mal in dieser Buchreihe eine richtige Vorstellung vor Augen hatte, die fast greifbar war. Ich konnte richtig sehen, wie Susannah die Schalter umgelegt hat, um die Wehen verebben zu lassen... Ich konnte sehen, wie sie ins Mikrofon spricht, um Kontakt zu Eddie aufzunehmen! Das hat mich richtig gefreut! Das ist wirklich klasse an diesem Buch gewesen! Auch hatte ich das Gefühl, das Buch ist diesmal strukturierter. Es gibt ein übersichtliches Inhalstverzeichnis, das nicht ganz so chaotisch ist wie die letzten. Jedes Kapitel in diesem Band ist eine Strophe - weswegen der Band in der Originalfassung auch "Susannahs Song" heißt. Und am Ende einer Strophe erscheinen Verse aus einem Lied, die zum Kapitel passt. Sowas finde ich gut. Das zeugt von Struktur und Kreativität. Wirklich klasse. Was ich nicht so klasse fand, ist die Tatsache, dass King sich selbst mit eingebracht hat. Gut, es passte in die Story und klärte einige Fragen und war auf eine Art auch interessant mal die Sichtweise des "Schöpfers" zu sehen... Aber irgendwie widerstrebte es mir. Es wirkt ein wenig arrogant auf mich... Als ob sich der Autor über alles stellen würde. :/ Auch die Tagebucheinträge, die dem Buch angehängt sind, haben King in meinen Augen nicht gerade sympathischer werden lassen. Auf der einen Seite ist es zwar ganz interessant den Werdegang der Geschichte zu sehen und auch zu lesen wie so ein Schriftsteller lebt und denkt... Aber auf der anderen Seite waren es erst einmal viel zu viele Einträge. Es wurde langweilig. Das Sprichwort "Viele Köche verderben den Brei" sagt hier im Grunde alles. Auf der anderen Seite kam das arrogant und vor allem nervtötend rüber. Ja, es ging mir total auf die Nerven. Und auch in den "Anmerkungen des Wörterschmieds" fand ich Mr. King sehr eingebildet und arrogant. Vor allem folgende Stelle finde ich total daneben: "Es gibt noch weitere, viele weitere, aber ich werde Sie nicht mit der vollständigen Liste langweilen. Schließlich sind wir hier nicht bei der gottverdammten Oscar-Verleihung, stimmt's?" Das soll vermutlich lustig klingen, kommt aber bei mir eher ziemlich eingebildet, unlustig und unsympathisch an. Nja, aber das war im Grunde auch schon das einzige, über das ich nun "meckern" konnte. Ich bin mal gespannt auf den nächsten Band.
Der Dunkle Turm, Band 6: Susannah / The Dark Tower 6. Song of Susannah (Chinesisch)von Stephen KingShanghai Wenyi Chubanshe