
Als ich zu „Painted Scars“ gegriffen habe, erwartete ich eine düstere Mafia-Romance mit spürbarer Enemies-to-Lovers-Dynamik – bekommen habe ich am Ende etwas ganz anderes: Ein lockeres, schnelles und überraschend leichtes Leseerlebnis für zwischendurch. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt – abwechselnd aus Romans und Ninas Sicht. Der Schreibstil ist sehr direkt, unkompliziert und flüssig. Keine langen oder verschachtelten Sätze – die Seiten lesen sich unglaublich schnell weg. Roman ist der Pakhan der russischen Bratva und lebt nach einem gescheiterten Mordanschlag überwiegend im Rollstuhl. Um seine Macht weiter zu festigen, soll er eine Scheinehe eingehen. Nina wiederum gerät nur wegen der Schulden ihres Vaters in diese Situation – und entwickelt sich schnell zu einem echten Gegenpol zu Roman. Und genau hier liegt für mich die Stärke des Buches: Die Kommunikation zwischen Nina und Roman. Die Dialoge wirken frisch, oft witzig und angenehm locker. Nina bringt mit ihrer ehrlichen, kreativen und etwas flippigen Art viel Leichtigkeit in die Geschichte und bildet einen schönen Kontrast zu Roman. Allerdings gab es auch einen Punkt, der mich etwas auf Abstand gehalten hat. Die Handlung entwickelt sich sehr schnell. Viele Gefühle, Entwicklungen und tiefgreifende Momente werden eher erwähnt als wirklich ausgearbeitet. Dadurch hatte ich häufig das Gefühl, bestimmte Emotionen zwar zu verstehen – aber nicht vollständig mitzuerleben. Auch die Enemies-to-Lovers-Dynamik war für mich kaum spürbar. Schon früh entstand eher Sympathie und Anziehung als echte Gegensätze oder Konflikte. Dadurch liest sich das Buch angenehm, aber einige emotionale Höhepunkte verlieren an Wirkung. Trotzdem hatte ich Spaß beim Lesen. Es ist kein Buch, das mich tief berührt oder lange beschäftigt hat – aber eines, das sich leicht lesen lässt und gut unterhält. Ein kleines Highlight zum Schluss waren für mich außerdem die Bonuskapitel. Vor allem das zweite Bonuskapitel hat mir richtig gut gefallen und dem Abschluss noch einmal etwas Schönes mitgegeben. Fazit: „Painted Scars“ ist für mich eine lockere Mafia Romance mit sympathischer Dynamik, humorvollen Dialogen und angenehmem Lesefluss. Wer große Emotionen, tief ausgearbeitete Beziehungen und langsame Entwicklung sucht, könnte hier etwas vermissen. Wer dagegen ein kurzes, unterhaltsames Buch für zwischendurch möchte, das sich schnell lesen lässt und mit einem sympathischen Hauptpaar punktet, könnte hier gut aufgehoben sein. Für mich solide und unterhaltsame ⭐⭐⭐✨ (3,5 von 5 Sternen).
























































