Nostalgie schmeckt manchmal besser als die Geschichte
Twilight ist für mich so ein Universum, das man eigentlich als peinliches Guilty Pleasure bezeichnen würde. Es ist schrecklich und trotzdem hat es eine ganze Generation geprägt. Ich habe damals nicht mit den Büchern angefangen, sondern mit dem ersten Film. Mit 13 saß ich also in einem überfüllten Kinosaal und verliebte mich sofort in Jacob Black. Das war mir damals unfassbar peinlich. Wobei mir in der Pubertät sowieso ziemlich alles peinlich war. Drei Jahre später bekam ich die ersten beiden Bücher geschenkt. Ehrlich gesagt haben sie mir damals gar nicht so gut gefallen, weil ich mit Stephenie Meyers Schreibstil nicht warm wurde. Und heute? Bin ich über 30 und schaue jedes Jahr in der „Ho-Haa-Hooa“-Jahreszeit die Filme. Sind sie verdammt schlecht gealtert? Absolut. Verwandle ich mich dabei jedes Mal wieder in das kajalverschmierte 13-jährige Mädchen von damals? Ebenfalls absolut. Nostalgie ist schon etwas Schönes. Aber jetzt zum Buch! Ich muss gestehen, dass ich Biss zur Mitternachtssonne eher überflogen habe, weil ich die Geschichte inzwischen fast auswendig kenne. Trotzdem hatte ich meinen Spaß damit und musste mehr als einmal lachen – gerade Edwards bissige Gedanken über andere Figuren sind herrlich. Außerdem finde ich, dass Stephenie Meyer inzwischen deutlich besser schreibt. Die Sätze wirken komplexer, die Sprache runder und insgesamt liest sich das Buch angenehmer als die früheren Bände. Hier und da ergänzt es außerdem einige Szenen aus Buch und Film, was ich durchaus interessant fand. Trotzdem bleibt bei mir das Gefühl, dass dieses Buch nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Statt einer bekannten Geschichte aus einer anderen Perspektive hätte ich mir viel lieber eine echte Fortsetzung der Reihe gewünscht. Für Fans der Reihe ist es ein schönes Wiedersehen. Für mich bleibt es vor allem eines: eine nostalgische Reise zurück in meine Jugend.




















































