"Wenn du immer noch nicht glaubst, dass das Glück auf deiner Seite ist, Junge, dann bist du zu dumm, ...
...um für den Teufel zu tanzen." Hallo, komm doch ein bisschen näher. Ja, du!Bist du auf der Suche nach einem neuen Platz zum Leben? Dann kann ich dir eine kleine idyllische Stadt, mit netten Nachbarn, einer guten akademischen und wirtschaftlichen Versorgung und umgeben von Wäldern und Grün empfehlen. Willkommen in Lock Haven. Lerne vor allem die Bewohner der Birdstreet kennen. In dieser Strasse wird Nachbarschaft noch GROß geschrieben. Nehmen wir zum Beispiel die Familien Lewis de Silva. Zwei erfolgreiche Eltern mit zwei sehr begabten Kindern. Sie sind glücklich das ganze Jahr über...naja, fast das ganze Jahr über...außer im November...da kommt die Dunkelheit...alles verändert sich...schlimme Dinge geschehen...Aber was sind schon 30 Tage Unglück gegen 335 Tage puren Glücks? Richtig, gar nichts. Ein vertretbarer Preis, den man zahlen kann. Oder etwa nicht? Ich weiß nicht, wann zum ersten Mal ein Packt mit dem Teufel in einer Geschichte abgeschlossen wird. Ist es Faust? Es ist auch egal, denn die Aussage ist immer die selbe: Etwas zu begehren und dafür mit dem Bösen einen Handel einzugehen, kann niemals gut enden. Denn das Böse spielt nie fair und hat immer Hintergedanken. So sehr du dich auch bemühst dem Handel gerecht zu werden, am Ende fordert der Teufel immer seinen Tribut. Schon bei Hex war ich fasziniert von Thomas Olde Heuvelts Art zu schreiben und dieses Buch hat ganz klare Hex Vibes. Der Autor beschreibt ein Soziales Gefüge, ein bestimmtes soziokulturelles Umfeld und das gesellschaftliche Miteinander, dass darin herrscht. Diese Sozialstudie, die er dabei macht, erinnert mich sehr an den Stil von Stephen King und ich liebe es, wie beide die Menschen unter die Lupe nehmen und sie Situationen aussetzen, die sie an den Rande von Ethik und Moral bringen und darüber hinaus. Manch einem ist das vielleicht zu viel, ich mag das total. SPOILER ALERT Das Grauen in diesem Buch kommt in verschiedenen Gestalten und sucht jeden Bewohner der Birdstreet heim. Nicht jedes dieser Wesen ist feindlich gestimmt. Manche wollen helfen, doch das zu erkennen, fällt den Protagonisten schwer, denn der Teufel lügt und betrügt. Immer wenn man denkt, jetzt bekommen alle noch mal die Kurve, alles wird gut, wird man vom Gegenteil überrascht. Nie kann man sich entspannt zurück lehnen, immer folgt noch ein Nachtreten. Der Wahnsinn, denen die Protas nach und nach im November zum Opfer fallen, die Wesensveränderungen und das Verlieren der Impulskontrolle, hat mir als Leserin echt zu schaffen gemacht. Ich wäre so gern eingeschritten. Zu sehen, wie eine Familie nach und nach zerbricht, nur um in den 11 folgenden Monaten alles wieder zusammen zu fügen, was zerbrochen ist, damit alles wieder von vorne beginnen kann, lässt mich überlegen, ob ich nicht freiwillig dem ein Ende gesetzt hätte. Und die da Silvas stellen sich auch immer wieder die Frage: Ist es das wert? Ich kann eine klare Lese-Empfehlung aussprechen und ich bin gespannt, wie eure Antwort auf diese Frage lauten wird. Das war bestimmt nicht das letzte Buch dieses Autors zu dem ich greifen werde. Ich habe echt Lust bekommen, Hex nochmal zu lesen.





















































