
Gleich vorab: Das war anders. Anders als alles, was ich sonst so lese – was aber mit Sicherheit an diesem faszinierenden Genre-Mix aus historischer und Science Fiction liegt. Wir finden uns im Jahre 2500 v. Chr. im sumerischen Stadtstaat Uruk. Unsere junge Protagonistin ist ein Halbling und gehört nirgends richtig dazu. Ihre Halbgeschwister und ihr Stiefvater sind eigen und man spürt das angespannte Familienverhältnis. Die eigenständige Denkweise von Protagonistin Eresh, welche abseits der Norm ist, gefiel mir von Anfang an. Auch ihre Andersartigkeit. Ich konnte mich zwar nicht so gut in sie hineinversetzen, aber das lag an ihrem Alter. Eresh ist gerade einmal 16 Jahre alt und wir haben in der Vergangenheit festgestellt, dass die Verbindung zu so jungen Charakteren in einem gewissen Alter nicht mehr so ganz einfach ist. Getreu dem Motto „früher war alles ganz anders“ war es in dieser Geschichte ganz normal in diesem Alter bereits verheiratet zu sein und Kinder zu bekommen. Uff. Umdenken. In manchen Situationen wirkt Eresh sehr reif für ihr Alter, in anderen spürt man die kindliche Naivität. Das hat mich ein bisschen zum struggeln gebracht. Imponiert hat mir die unglaubliche Recherchearbeit, die die Autorin hier geleistet hat. Der historische Hintergrund der Geschichten über die Sumerer, welche sehr viel Einfluss haben, wird wunderbar dargestellt. Im Gegenzug die Welt der Anunnaki. Diese ist phantastisch, modern, auf einem hohen technischen Niveau, gepaart mit vielen Illusionen. Intrigen, Verrat und überraschende Wendungen beherrschen den kompletten Roman, welcher in einem angenehm flüssigen Schreibstil verfasst wurde. Das Worldbuilding konnte mich begeistern, denn mit vergleichsmäßig wenigen Beschreibungen wurde hier ein regelrechtes Bild vor meinem geistigen Auge gemalt. Die historischen Recherchen gepaart mit den SciFi-Steam-Punk-Elementen ergeben ein rundes Bild. Insbesondere für jüngere Leser auf jeden Fall ein Buch-Tipp von mir!



