„Games, so nennt man den Versuch, über eine Grenze zu kommen. Nicht im Sinne eines Spiels, aber im Sinn von „sein Schicksal testen“. Man kann ein Game gewinnen, aber auch verlieren.“
„Games“ erzählt in Form einer Graphic Novel (deutsch: Comicroman) die Fluchtgeschichten von fünf jungen Menschen aus Afghanistan: Ziya, Muhammed, Hamid, Nima und Afsaneh. Sie alle sind in Afghanistan oder dem Iran aufgewachsen und haben sich an unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben entschlossen und gezwungen gesehen, aus ihrer Heimat nach Deutschland zu fliehen. Der Autor und Illustrator Patrick Oberholzer hat mit den fünf Protagonist*innen Interviews geführt und daraus die Erzähltexte der Graphic Novel verfasst. Ergänzend dazu hat er anschließend auf Basis der Erzählungen Skizzen und Bilder erstellt, die diese ergänzen und untermauern. Die Lesenden erfahren durch die Lektüre viele ergänzende Infos zum Land Afghanistan, unter anderem zur Geschichte des Afghanistan-Konflikts und weitere Hintergründe wie der ethnischen und religiösen Vielfalt des Landes sowie zu den unterschiedlichen Fluchtgründen und Fluchtzielen der Menschen. Außerdem werden beispielsweise detaillierte Einblicke in das System der Schleuser, insbesondere den Geldtransfer zwischen Flüchtenden und Schleusern gewährt und in die Geschichte mit eingestreut, die uns Menschen in Europa in der Regel fremd sind. Die Graphic Novel ist in 7 Kapitel unterteilt, die nach den einzelnen Stationen der Flucht benannt sind: Afhanistan, Iran, Türkei, Games (Grenzübertritt von der Türkei nach Europa), Über das Meer, Balkan und Ankommen. Sie umfasst insgesamt nur ca. 80 Seiten, so dass sie sich z.B. gut an einem Wochenende lesen lässt. Dieses Buch beschäftigt sich auf sehr zugängliche Art und Weise mit einem komplexen und emotionalen Thema. Die sachlichen Informationen sowie Erzählungen der Geflüchteten sind sehr gut aufbereitet, so dass sich die Graphic Novel trotz des schweren Themas leicht lesen lässt. Ich habe sie von einer Bekannten empfohlen bekommen, die beim Splitter Verlag arbeitet, der das Buch herausgegeben hat. Der Verlag ist in Bielefeld ansässig, somit wird beim Kauf auch ein lokales Unternehmen unterstützt. Außerdem hat mir dieses Werk gezeigt, dass es sich immer wieder lohnt, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich auch auf neue und unbekannte Genres, wie zum Beispiel Graphic Novels, einzulassen.










