Gleich nach “Der Fluch des Drachenprinzen“ hatte ich auch zum Glück noch ein weiteres Buch der Autorin zur Hand, welches ich auch direkt noch verschlungen habe. Wie auch schon bei den anderen Büchern hatte ich auch hier wieder ein gutes Gefühl und auch hier wurde ich absolut wieder nicht enttäuscht. Jetzt ist es klar beschlossene Sache, dass ich auch die anderen Bücher sehr bald einmal besorgen und lesen muss. Erst einmal, um es gleich zur Seite zu bekommen: Ich finde Betti genial und liebe es, dass die Ziege auch ihr Happy End bekommt. Die Frage ist nur offen, ob Lars nun weiss, dass sie wirklich sprechen kann und es nur verdeckt hat oder ob er es tatsächlich nie erfahren hat. So oder so hätte ich nie gedacht, dass die Ziege von “Tischlein deck dich“ auch einmal ihre eigene Story und ihr Happy End benötigt, aber ich bin mehr als froh, dass sie es bekommen hat. Auch fand ich es ein mehr als nur nettes Detail, auch Neuinterpretationen von anderen Geschichten zu sehen und ich mochte deshalb auch die Einfügung von Heidi und Peter sehr. Ich finde es süss zu sehen, dass sie ihr Happy End schon bekommen haben und nun eine glückliche Familie sind. Auch hier sticht die Dynamik zwischen Lars und Isabel wieder richtig heraus. Ich mag es, wie sie sich gegenseitig auch gerne fertigmachen, aber dabei auch so richtig die Funken sprühen und wie beide auch ein doppeltes Spiel spielen, um den anderen eins auszuwischen. So sorgen auch sie wieder für die erwartete Portion Chaos, die ich an diesen Büchern so liebe. Im Gesamten kann somit auch dieses Buch wieder auf voller Länger überzeugen und den Platz unter den Favoriten einnehmen. Der Rest der Reihe wird jetzt auf jeden Fall auch noch verschlungen. Von mir gibt es jedenfalls klare fünf Sterne und eine glückliche Ziege für dieses grossartige Buch.
König Ziegenbart ist bereits mein dritter Märchenroman aus Jacquelines Feder. Hier nimmt sie einen meiner liebsten und doch eher einen der unbekannteren Märchen ins Visier und schreibt ihre eigene Version von. (König Drosselbart) Anfangs lernt der Leser Prinzessin Isabel kennen: hochmütig, stolz und eingebildet. Das sind nicht unbedingt die ersten Adjektive, die einem bei einer sympathischen Person einfallen. Doch bei Jacqueline als Autorin, der Königin der charakterlichen Entwicklung, war ich einfach gespannt, was sie für Isabel und den Leser bereithält. Der Beginn der Handlung, ähnelt dem Geschehen in König Drosselbart sehr. Eine eingebildete Prinzessin will nicht heiraten und beleidigt alle Umwerber, um sie zu verschrecken. Danach kündigt ihr Vater an, dass der nächste Umwerber, und sei es ein Bettler, der am Morgen durch das Tor spaziert, sie zur Ehefrau erhält. Ein einfaches Leben außerhalb des Palastes, solle sie Demut, Dankbarkeit und Freundlichkeit lehren. Doch baut die Autorin durch viele Details ihre eigene Note in dem Geschehen ein. Sei es damit, dass der Thronerbe dem zweitgeborenen Prinzen befiehlt sich als ihn auszugeben und die Prinzessin zu umwerben. Oder sei es mit einer sprechenden Ziege, die Isabel so häufig für dumm erklärt, weil sie das Verhalten von Menschen nicht nachvollziehen kann und ihr damit eine wichtige Lebenslektion nach der anderen mit auf den Weg gibt. Die sprechende Ziege Betti ist und bleibt mein Favorit. Doch finden sich hier vielschichtige und interessante Charaktere. Ein Hauptfokus liegt eindeutig auf Prinzessin Isabel und ihrer charakterlichen Entwicklung und dem zweitgeborenen Prinzen Lars, der einiges an Moral im Herzen trägt, aber auch eine dünne Zündschnur besitzt. So ergebt sich eine Mischung aus einer Menge Kabbeleien, aber auch spritzigen, humorvollen Wortgefechten. Fazit: Bisher mein Favorit unter den Märchenneuerzählungen der Autorin. Sie bietet dem Leser eine unsympathische Protagonistin, die an ihrem Abenteuer reift und die der Leser lieben lernt. Zudem eine Meeeenge Stellen zum Lachen, ob durch die Situationskomik mit der Ziege Betti oder durch den Schlagabtausch zwischen den Hauptfiguren. Des Weiteren schleichen sich kleine Weisheiten ins Geschehen mit ein und eine spannende psychologische Betrachtung im Bereich Hochmut. Für die romantischen Herzen unter den Lesern, gibt es auch einige prickelnde oder herzerwärmende Szenen.

