Es war definitiv mal etwas anderes, aber ich würde es nicht als Psychothriller einordnen, dafür war es zu harmlos finde ich.
Totentier war mein erstes Buch der Autorin. Daher war ich gespannt was mich hier mit diesem Buch erwarten würde. Der Klappentext klang gut und hatte mich auch angesprochen. Ich kam mit dem Schreibstil ganz gut klar, das Buch ließ sich recht gut lesen. Dennoch hat mich der Inhalt nicht so richtig überzeugen können. Doch irgendwie fehlte mir etwas. Mir fehlte zum Kommissar die Hintergrundgeschichte. Immer wieder dachte ich mir beim lesen das mir hier ggf. wichtige Teile fehlen. Sollte Markus Penning bereits in anderen Büchern ermittelt haben, so hätte ich mir hier zumindest eine kleine kurze Zusammenfassung gewünscht. Es gab nur Häppchen seiner Vergangenheit, die hier aber seine Situation schon gut erklärten. Das Ende hat mich jetzt auch nicht komplett überzeugen können. Da ich nicht spoilern möchte, geh ich nicht direkt drauf ein. Aber ich hatte das Gefühl das nun unbedingt noch einmal etwas passieren muss und das kam bei mir als Leserin nicht so gut an. Dennoch ein Buch, das sich gut lesen ließ und spannend war.
“Totentier” ist mein erstes Buch der Autorin gewesen. Der Klappentext hat mich wahnsinnig angesprochen, weshalb ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe. Ihr Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Sehr einnehmend, aber auch etwas schwer und drückend. Das liegt vor allem an dem Kommissar, den wir hier begleiten seine mentale Verfassung ist förmlich auf dem Tiefpunkt, was absolut nachvollziehbar ist, wenn man seinen Hintergrund bedenkt. Markus Penning ist ein Mensch, der mir viele Rätsel aufgegeben hat. Verloren, einsam, gebrochen. Halt findet er bei seinen Haustieren, die ihm mehr als nur Kraft und Trost schenken. Er ist nicht bereit in den Dienst zurückzukehren und doch steckt er plötzlich mittendrin im neuesten Fall. Ich mochte Markus, keine Frage. Aber er war für mich auch gleichzeitig ein sehr schwieriger Charakter. Einfach weil er die Atmosphäre noch schwerer und tragender macht, als sie ohnehin schon ist. Nathalie war für mich einfach jemand, der das Ganze geerdet und ein Stück weit lebensfroher gemacht hat . Sie hat Hoffnung geschenkt. Jetzt aber kommt der Punkt, der mich doch etwas zwiegespalten zurücklässt. Denn als ich diese Story begann, hatte ich das Gefühl etwas wesentliches und wirklich Wichtiges verpasst zu haben. Denn immer wieder kommt man auf Markus’ Hintergründe zu sprechen. Man erfährt auch einige Details dazu, aber für mich ist es noch zu verschwommen, zu unklar. Ganz anders dagegen wird sein Umfeld unter die Lupe genommen und mit viel Tiefe ausgestattet, was mir enorm gut gefallen hat. Im Blickpunkt des Ganzen steht stetig Markus’ Leben. Man erfährt, wie verloren und gebrochen er wirklich ist und das er immer weiter in eine Abwärtsspirale fällt, die ihm zu verschlingen droht. Und nebenbei werden noch die ganzen Morde erwähnt. Anfangs geht es tatsächlich ziemlich unter und ich hab mich gefragt, ob es hier um Markus oder um die Morde geht. Letztendlich ist es wohl von beiden etwas. Denn eigentlich geht es um Markus’ Zerrissenheit in dieser Welt und seine eigenen Dämonen. Aber auch dem Fall wurde gut nachvollziehbar auf den Grund gegangen, dabei gibt es so einige Geheimnisse zu entwirren und Konflikte zu lösen. Ein leichter mystischer Touch trägt dabei ebenso zu viel Dramatik bei. Mich hat dieser Psychothriller enorm gut unterhalten, gerade weil die Autorin eine ganz eigene Art und Weise hat, diese Welt zu malen. Es gibt kein Schwarz oder Weiß. Es gibt viel Schmerz, Ungerechtigkeit und Angst. Und daneben kommt man auch mit Obsession und Gier in Berührung. Doch die Frage ist, darf ich mit den Motiven des Täters sympathisieren oder macht mich das zu einem schlechten Menschen? Markus hat in meinen Augen den Kern wirklich gut analysiert und gefunden und daraus seine Konsequenz gezogen. Das waren Momente, die mich menschlich berührt und nicht losgelassen haben. Markus’ Geschichte geht definitiv ans Herz und klingt nach. Aber in den letzten Zügen wurde mir die ganze Tragik an der ganzen Story etwas zu viel. Da wäre in meinen Augen, weniger mehr gewesen. Es passierte in kurzer Zeit so unglaublich viel und man hatte hier einfach das Gefühl unbedingt Spannung erzeugen zu müssen. Andere wirklich wichtige Dinge wurden dafür nebenbei abgehandelt. Was leider etwas schade ist. Ebenso blieb mir der Täter leider etwas zu unklar. Da hätte ich mir mehr Details gewünscht. Nichtsdestotrotz ein Psychothriller der enorm gut unterhält, mich aber mit den mystischen Elementen doch etwas gebremst hat, weil es in meinen Augen nicht ganz mit der eigentlichen Handlung zusammengepasst hat. Der eigentliche Fall bekam zu wenig Aufmerksamkeit, dafür stand Markus’ Leben permanent im Fokus. Fazit: Nicole Siemer gelingt mit “Totentier” ein nervenaufreibender und emotionaler Psychothriller, der definitiv Spuren hinterlässt. Sie wirft berechtigte Fragen auf, zeigt aber auch, dass der Mensch letztendlich nur das ist, was er ist. Er kämpft mit seinen Dämonen und manchmal entgleiten sie ihm einfach. Mich hat diese Story extrem gut unterhalten, aber auch gebremst, weil es doch die ein oder andere Kritik gab. Nichtsdestotrotz ein lesenswerter Psychothriller, der unter die Haut geht.

Der Thriller greift das leider immer noch sehr aktuelle Thema Tierquälerei auf. Nicole Siemer schreibt spannend und actiongeladen. An manchen Stellen war es mir fast zu viel des Guten, aber im Ganzen kann ich das Buch sehr empfehlen.



