Als Erstes musste ich nach dem Lesen etwas googeln: Woran erinnert mich dieses Buch eigentlich?
Dann fiel es mir ein – an „Die Insel der Abenteuer“, einen Kindheitsfilm, den ich früher geliebt habe und unzählige Male gesehen habe. Es ist immer etwas Besonderes, wenn ein Buch solche Erinnerungen weckt. Natürlich geht es in The Last Bear um etwas ganz anderes. Statt einer Abenteuerinsel steht hier eine abgelegene Insel in Norwegen im Mittelpunkt, auf der ein einzelner Eisbär lebt – daher auch der Titel des Buches. Gleichzeitig greift die Geschichte das Thema Klimawandel auf und verknüpft es auf eine sehr einfühlsame Weise mit ihrer Handlung. Besonders beeindruckt hat mich der Schreibstil. Das Buch ist in wunderschönem, leicht verständlichem Englisch geschrieben und wird von traumhaften Illustrationen begleitet. Dadurch fühlte es sich für mich oft an, als würde ein Film direkt vor meinem inneren Auge ablaufen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht April Woods, die gemeinsam mit ihrem Vater auf Bear Island zieht, nachdem dieser dort einen neuen Job angenommen hat und Temperaturen messen soll. Nach dem Tod ihrer Mutter hofft April, endlich mehr Zeit mit ihrem Vater verbringen zu können. Doch die Realität sieht anders aus. Ihr Vater ist ständig mit seiner Arbeit beschäftigt, und April fühlt sich oft allein. Eines Tages begegnet sie jedoch einem Eisbären, und zwischen den beiden entwickelt sich eine ungewöhnliche und berührende Freundschaft. Schon bald steht für April fest: Sie muss ihrem pelzigen Freund helfen. Neben dem Thema Klimawandel spielt vor allem die Beziehung zwischen April und ihrem Vater eine zentrale Rolle. Man spürt während des gesamten Buches, wie sehr April unter ihrer Einsamkeit leidet und wie schwierig die Situation für beide nach dem Verlust der Mutter ist. Die Beziehung gerät immer wieder ins Wanken, und gerade diese emotionalen Momente haben die Geschichte für mich besonders stark gemacht. Das Buch schafft es, sowohl die Abenteuergeschichte als auch die familiären Konflikte glaubwürdig und gefühlvoll miteinander zu verbinden. The Last Bear hat bei mir nicht nur Kindheitserinnerungen geweckt, sondern mich auch mit seiner warmherzigen Geschichte und seinen wichtigen Themen überzeugt. Ob ich den zweiten Band lesen werde, weiß ich noch nicht. Mal sehen – ausgeschlossen ist es auf jeden Fall nicht.


















