Zu hektisch, zu oberflächlich und mit Figuren, die mich nicht überzeugen konnten.
Dieses Buch stand sehr lange ungelesen in meinem Regal. Tatsächlich hatte ich es schon einmal angefangen und nach etwa zehn Seiten abgebrochen. Irgendetwas hatte mich damals gestört, auch wenn ich nicht genau sagen konnte, was es war. Jetzt habe ich dem Buch noch einmal eine Chance gegeben und es komplett gelesen. Leider muss ich sagen, dass mein erster Eindruck mich nicht getäuscht hat. Mein größtes Problem war die Hauptfigur Blue. Ich konnte mit ihr überhaupt nicht warm werden. Einerseits ist sie verbittert und verschlossen, andererseits wird sie plötzlich zur Anführerin, obwohl sie gleichzeitig unglaublich naiv handelt. Immer wieder trifft sie Entscheidungen, bei denen jedem klar sein müsste, dass sie sie in Lebensgefahr bringen. Dadurch wirkte sie auf mich oft eher anstrengend als sympathisch. Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht überzeugen. Tom läuft Blue gefühlt das ganze Buch hinterher, gesteht ihr schließlich seine Gefühle und plötzlich sind die beiden zusammen. Obwohl sie sich schon ewig kennen, fühlte sich diese Entwicklung für mich überhastet und wenig glaubwürdig an. Generell ist das Tempo des Buches sehr hoch. Ständig passieren neue Dinge, Informationen werden eingeworfen und kaum verarbeitet, bevor schon das nächste Ereignis folgt. Dadurch hatte ich oft das Gefühl, gar nicht richtig in die Geschichte eintauchen zu können. Es fehlt an Worldbuilding und an einer tieferen Ausarbeitung der Figuren. Viele interessante Ansätze werden nur angerissen und nicht weiterentwickelt. Besonders die Charakterentwicklung empfand ich als unglaubwürdig. Ein Beispiel ist Blues Boss: Erst wirkt er hart, kalt und bedrohlich, trinkt sogar ihr Blut, später folgt eine Offenbarung, eine Entschuldigung und plötzlich erscheint er wie ein völlig anderer Mensch. Solche Veränderungen kamen für mich zu abrupt und wirkten nicht nachvollziehbar aufgebaut. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Autorin viele Ideen in die Geschichte packen wollte, sich aber nicht genügend Zeit genommen hat, diese auszuarbeiten. Mit mehr Tiefe, mehr Worldbuilding und einer langsameren Entwicklung der Handlung hätte das Buch für mich deutlich besser funktionieren können. Für mich war die Geschichte leider nicht überzeugend. Die Figuren blieben mir fremd, die Ereignisse überschlugen sich und viele Entwicklungen wirkten auf mich konstruiert. Da dies erst der Auftakt einer Reihe ist, werde ich die Folgebände nicht mehr lesen.




