Liebe braucht Sicherheit: Zwischen Red und Green Flags🚩🟢
Spoilerfreie Meinung💕 Der erste Satz des Buches hat mich schon überzeugt. Ich hatte so eine Vorfreude auf dieses Buch und damit auch Erwartungen. Und diese wurden wirklich erfüllt. Ein Buch, in dem toxische Dynamiken benannt werden. Freundschaften, die als die kleine Schwester der romantischen Beziehungen erzählt werden. Eine tolle Romance ohne viel Spice, die man trotz des Wintersettings auch im Juni lesen kann ;) Achtung, ab hier folgen Spoiler❗ Setting ⭐⭐⭐⭐ Das Setting wird zu jedem Zeitpunkt benannt, und ich wusste immer, wo etwas abläuft. Aber wirklich Winter- & Silvesterstimmung kam nicht auf. Dafür wären Außenbeschreibungen oder Aktivitäten wie Schlittenfahren eindrucksvoller gewesen. Charaktere ⭐⭐⭐⭐,5 Liz👥 Liz mochte ich von Beginn an auch sehr. Ihren Humor, ihre Art zu kommunizieren macht sie für mich einfach sympathisch. Ich ging mit ihr noch ahnungslos auf den Silvesterabend zu und freute mich drauf. Tja. Liz bemerkt aber schon vor dem Abend, dass Nils sich vielleicht nicht immer ganz gesund verhält: :Es wäre so viel leichter, wenn er sich einmal die Woche auf eine Therapiecouch legen und endlich an seinen Problemen arbeiten würde. Es wäre leichter, wenn er sich einfach binden könnte. Es wäre leichter, wenn ich nie angefangen hätte, mir einzureden, dass das wir haben, genug für mich ist." Sie erkennt es zwar, aber führt es immer wieder darauf zurück, dass Nils Angst hat. Dass sie für ihn da sein muss. Aber wenn man in der Situaiton selbst drinsteckt, braucht es vielleicht einfach Zeit, um es vollständig zu erkennen. Bisher musste sie in der Beziehung mit Nils emotional ja alles machen. Ihre Art mit Kindern umzugehen, zeigt einfach, was für eine gute Erzieherin sie ist. Rapha👥 Er ist sehr sympathisch & empathisch, wie er mit anderen umgeht. Bis auf einen Moment, wo er Liz Wahl mit Kakao beim Frühstück hinterfragte, fand ich ihn einfach toll. Er verteidigt sie vor Nils, fragt sie, ob er sie bei ihrer Panikattacke anfassen darf, erkennt seine Grenzen und faltet ihr ein Handorigami. Er ist einfach sensibel und das macht ihn so süß. Und wie Liz am Ende erkennt, zeigt es, dass Liebe vorallem Sicherheit bedeutet. Außerdem spricht er so viel an. Zum Beispiel, dass der Altersunterschied zwischen Liz & Nils nicht unerheblich sei. Nils👥 Nils hat mir viele Nerven gekostet. Ich habe mich zwischendrin so über ihn aufgeregt. Zu Beginn dachte ich noch, dass es irgendwie ja auch eine süße Tradition ist. Und dann erzählte sie immer mehr von Situationen, wo er ihr was vorschrieb: dass ihr Gehirn aussetze, dass die Freundschaft mit Lena ungesund sei, dass sie später einen anderen Job machen solle. Und dann der Altersunterschied. Da gingen bei mir schon einige Alarmglocken an, weil 7 Jahre, wenn eine Person gerade 18 geworden ist, schon viel Unterschied in der Entwicklung bedeuten. Ich verstehe zwar, dass die Silvesternacht für ihn immer noch belastend ist, aber du kannst doch nicht so deine Mitmenschen hintergehen? Und die Push- and Pull Taktik nach deinem Belieben anwenden? Und nach all dem kam dann noch das fünfte Jahr drauf, bei dem er Liz physisch fast wehtat. Zwischendrin dachte ich, dass es bei Nils entweder um eines der schlimmsten Idioten auf Erden oder um Miscommunication Trope at its best handelt. Tja, war wohl ersteres. Aber wenigstens haben alle diese Konsequenzen jetzt dazu geführt, dass er in Therapie ist und an sich arbeitet. Aber: Ich finde so stark, wie das Thema der toxischen Beziehung hier angegangen wurde. Wirklich alles, was problematisch war, wurde gleich oder später auch so betitelt. Damit ist Nils als Charakter auch wirklich gut geschrieben. Und ich war auch sehr froh, darüber, dass Liz Nils Partnerin Bescheid sagt! Lena👥 Sie ist sehr sympathisch und hilft Liz, wo sie nur kann. Gleichzeitig wurde auch gezeigt, wie schwierig die Situation aus der Freundinnenperspektive ist. Um sich selbst zu schützen (um nicht andauernd mit Liz zu streiten), wurde die Freundschaft quasi beendet. Sie hat erkannt, dass er ihr nicht gut tut, bevor Liz es ansatzweise sah. Wie gut kann eine Freundin nur sein? Handlung ⭐⭐⭐⭐ Zu Beginn kam es mir wie eine einfache, toll geschriebene Romance vor. Durch die toxische Dynamik wurde mir schnell klar, dass es tiefer gehen würde. Und das war es auch tatsächlich. Es gab kaum Längen, die mich vom Lesen abhielten. In jeder Szene war ein Funke Spannung dabei. Zwischendurch hatte ich offene Fragen und Befürchtungen, wie z.B. dass sie mit Nils nicht spricht, weil sie so vertieft in die Fake-Beziehung ist. Oder dass sie Nils Partnerin nicht davon berichtet. Aber all das wurde bis zum Ende hin aufgelöst. Trotzdem wäre vielleicht eine frühere Konfrontation mit Nils nicht schlecht gewesen. Auf der anderen Seite stand sie natürlich unter Schock und geht die Fake-Beziehung mit Rapha ein. Ich hatte beim Lesen nicht erwartet, dass sie sich von Nils auf später vertrösten lässt. Aber genau das spiegelt die Beziehung der beiden wieder. Auch Raphas Geschichte kam für mich am Ende zu schnell und zu oberflächlich. Da hätte ich mir vorher ein paar deutlichere Teaser gewünscht, aber es war auf diese Art und Weise auch nicht störend. Schreibstil-Gefühl ⭐⭐⭐⭐,5 Ich liebe die Filmanspielungen sehr. Dadurch wurden die Personen für mich noch näher & greifbarer. Für mich war es auch ein wirklich toller Humor. Ich habe einige Male laut auflachen müssen. Die Playlist am Anfang war soo gut, dass ich da schon vollkommen begeistert war. Und auch im Nachhinein ergeben die Songs alle Sinn und kamen zum Teil auch in der Geschichte vor. Manchmal hätte ich gerne mehr von Raphas Gedanken gelesen. Man erfährt erst spät seine Gedanken. Wenn man früher einen Teil schon wissen würde, würde es sich die Spannung vielleicht noch mehr aufbauen. Sein Geständnis, Liz schon länger zu mögen, war zwar süß, aber auch ein bisschen *Ich beobachte dich schon lange* mäßig. Unterhaltung ⭐⭐⭐⭐,5 Das Buch hat mich sehr abgeholt. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen! Es lädt mich auf jeden Fall dazu ein, mehr von Kyra Groh zu lesen. An einigen Stellen hätte ich mich über mehr Emotionen und damit über eine intensivere Konfliktklärung gefreut. Insgesamt ist es aber ein sehr gutes Buch, was ich wirklich empfehlen kann.


























































