Der Roman überzeugt als düstere, spannungsgeladene Noir-Geschichte, in deren Zentrum weniger der drogenabhängige Ermittler als vielmehr die rätselhafte Maude steht.
Das Werk erzählt die dystopische Geschichte des drogenabhängigen Privatdetektivs Joseph Weynberg, der den Auftrag bekommt Maude zu finden. Maude gleicht seiner verstorbenen Ehefrau Hedy wie ein Zwilling. Dieser Aspekt, verbunden mit Maudes anziehender Ausstrahlung und der kriminelle Kontext, in welchem sie sich bewegt, verführen Weynberg dazu, sie retten zu wollen. Dabei begibt er sich mit ihr auf eine, durch stetige Morde begleitete, Flucht, die letztendlich in einer dramatischen und durch Selbst- und Fremdbestimmung geprägten Handlung ihr Ende findet. Insbesondere die Figur Maude ist in meinen Augen die eigentliche faszinierende Hauptfigur: Eine rätselhafte Frau, die die Männer um sich herum durch ihre verführerische Aura in den persönlichen Ruin stößt, jedoch dabei zunächst lediglich als identiätslose Projektionsfläche auftritt - damit wird sie ganz dem Typus der klassischen Femme fatale porträtiert. Ein vertiefter Blick in die Handlung verdeutlicht jedoch die Fehlerhaftigkeit dieser Fremdbestimmung: Im Verlauf der Handlung entwickelt sie sich immer mehr zu einer eigenständigen, autonomen Figur mit eigenen Motiven, Intentionen und einer Stimme. Dennoch handelt es sich hier nicht um eine Emanzipationsgeschichte. Mit Über uns der Schaum wurde ein neuzeitliches, literarisches Beispiel für eine Femme fatale geliefert, das in einer spannenden, facettenreichen - aber auch dramatischen- Handlung eingebettet ist.
