
Zwischen Stärke und Schmerz
Auf knapp 500 Seiten entfaltet sich hier eine beeindruckend vielschichtige Welt mit einer ebenso vielschichtigen Protagonistin. Sam ist nicht „tough“ um des Klischees willen, sondern weil ihr Leben sie dazu gemacht hat, und genau dadurch wirkt sie absolut authentisch. Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet und handeln glaubwürdig. Weniger packend fand ich lediglich die Kapitel aus der Perspektive ihrer (Achtung: Spoiler!) Schwester, die für mich gelegentlich etwas langatmig wirkten. Auch der Love Interest blieb eher uninteressant; ein großer Teil seiner Rolle besteht darin, seit Kindertagen heimlich in Sam verliebt zu sein (was okay ist, aber als eigene Perspektive hätte ich es nicht gebraucht). Umso stärker sind dafür die Kapitel rund um die Mitglieder von Sams Einheit. Diese Figuren hätten für meinen Geschmack noch deutlich mehr Raum einnehmen können (ich hätte so gerne noch mehr über sie erfahren!). Aber all das ist natürlich nur Nörgeln auf hohem Niveau, denn insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen! Besonders das (nochmal Achtung: Spoiler!) offene Ende und die Tatsache, dass der „Bösewicht“ noch auf freiem Fuß ist, gefielen mir sehr (wenn’s auch echt fies war!). Gleichzeitig ist da aber irgendwie ein kleiner Rest Unzufriedenheit bei mir: Die Konflikte und die aufgebaute Welt, wirken so weitreichend, dass sie sich in einem Einzelband (meiner Meinung nach – aber vielleicht bin ich auch zu sehr ein Reihen-Leser) nicht ganz entfalten konnten. Einige Dinge werden dadurch leider etwas schnell abgehandelt oder nur angerissen. Trotzdem überwiegt das Positive deutlich! Ein starkes Buch mit einer starken Protagonistin, das ich nur weiterempfehlen kann!! ☺️✨




















