29. Juni
Bewertung:3

Ein Krimi mit unerwarteten Wendungen Meinung Das Cover entspricht fast meinen idealen Vorstellungen. Es ist einfach gehalten und farblich sehr ansprechend. Der Wiedererkennungswert lässt auch schnell den Verlag vermuten. Der emons: Verlag kam mir schon öfters in dieser Aufmachung unter die Finger. So mag ich das! Hinter dem Cover steckt allerdings nicht mal der Hauch einer Andeutung zur Geschichte. Da hätte man durchaus ein wenig mehr Spielraum gehabt. Die Handlung spielt in der schönen Schweiz und deren Hauptstadt, Bern. Leider kamen mir bei diesem Buch die Beschreibungen zu der Umgebung etwas kurz. Mir persönlich gefällt es immer etwas besser, wenn die Kulissen mehr mit einbezogen werden. Wenn man den Ort des Geschehens nutzt, auch wenn es vielleicht gerade nicht relevant ist. Trotzdem nutzt die Autorin die Umgebung um eine Atmosphäre zu erzeugen, was dann wiederum gut war. Katja Montejanos Figuren sind sehr realistisch beschrieben. Welche Position ein Charakter einnimmt oder welchen Beruf er ausübt, ist beim Lesen auch deutlich herauszulesen. Die Art, wie sie miteinander agieren, gefällt mir sehr gut. Von Anfang an wirken viele vertraut, aber auch distanziert. Im Laufe der Handlung werden diese ganzen Unterschiede von Kapitel zu Kapitel etwas klarer. Dennoch schwimmt man zunächst in einem haltlosen Brei an Informationen, die man nach und nach sortieren muss. Die Autorin hat einen sehr leichten und angenehmen Schreibstil. Sie benutzt viele Fachwörter, die man aber auch aus anderen Krimis und Thrillern bereits kennt. Oft verwendet sie sprachliche Bilder und lässt verschiedene Elemente in den Text einfließen, die positiv auffallen. Da wäre zum Beispiel eine Szene, in der ihre Anwälte, die auch Geschwister sind, auf überraschende Weise miteinander kommunizieren. Das hat mir den literarischen Boden unter den Füßen geraubt! Hut ab! Insgesamt betrachtet konnte mich dieser Krimi/Thriller leider weniger überzeugen. Die Handlung hat sehr lange gebraucht, bis ich mich dort zurechtfinden konnte. Der direkte Einstieg in die Haupthandlung, war zwar anders, aber eben auch schwierig. Man hatte eben keine ‚Vorgeschichte‘, an der man sich hätte vieles Ableiten können. Als es dann Richtung Ende ging, konnte ich dann endlich auch mal den Thriller herauslesen, den ich von der Autorin gewohnt bin. Die Brutale, schonungslose Handlung nimmt rasch Fahrt auf und zieht einen geradezu durch die letzten Seiten. Ich musste sogar kurz vor Ende eine kleine Pause einlegen, weil mich die Handlung zu stark mitgenommen hat. Bewertung Es ist für mich immer eine Herausforderung, einen Kriminalroman zu bewerten. Ich werde mit diesem Genre einfach nicht sonderlich warm. Auch, wenn dieses Buch hier noch im Rahmen dessen lag, was ich akzeptiere zu lesen, ohne wirklich genervt oder gelangweilt zu sein. Vielleicht sollte ich einfach mal die Finger von der Spannungsliteratur lassen. Fazit Wenn du mich nach den Werken der Autorin fragen würdest, welches ich dir empfehlen kann, würde ich dir zum Einstieg ihren Erstling empfehlen, danach dieses. Ich finde, dass dieses Buch hier reichlich an spannender Handlung zu bieten hat. Thematisch ist sie auch gar nicht ohne. Aber mein Kopf schrillt mit dem Wissen, dass in der Autorin mehr steckt. Ich freue mich auch schon auf weitere Romane von Katja Montejano. Ich danke Katja Montejano für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Das große Schweigen
Das große Schweigenvon Katja MontejanoEmons Verlag